Winterdiesel

Ab 16. November: Was Dieselfahrer jetzt an der Tankstelle beachten müssen

Winterdiesel ab 16. November: Warum Wenigfahrer jetzt nicht volltanken sollten, ab wann Sommerdiesel ausflockt und was bei Frost wirklich noch hilft.

4 Min
Ab 16. November gibt es an allen Tankstellen in Deutschland nur noch Winterdiesel. Wer selten fährt, sollte den alten Sommerdiesel vorher möglichst leerfahren.

Ab 16. November gibt es an allen Tankstellen in Deutschland nur noch Winterdiesel. Wer selten fährt, sollte den alten Sommerdiesel vorher möglichst leerfahren.

© Imago/Frank Hoermann /Sven Simon

Der Zweitwagen steht seit dem Spätsommer an der Straße, getankt wurde zuletzt im August. Bis zur ersten richtigen Frostnacht passiert nichts. Am Morgen danach orgelt der Anlasser, und der Motor bleibt still.

Rund 13,4 Millionen Diesel-Pkw sind laut Kraftfahrt-Bundesamt in Deutschland zugelassen. Betroffen sind vor allem die, die selten bewegt werden.

Für sie gilt bis zum 16. November eine Regel, die gegen jeden Reflex geht: nicht volltanken.

Winterdiesel ab 16. November: Diese Fristen gelten

Am Montag, 16. November, kommt an allen Tankstellen in Deutschland nur noch Winterdiesel aus der Zapfpistole. Die Saison läuft bis zum 28. Februar 2027. Laut Norm DIN EN 590 muss der Kraftstoff bis minus 20 Grad filtrierbar bleiben.

Seit dem 1. Oktober gibt es Übergangsdiesel, der bis minus zehn Grad durchhält. Sommerdiesel ist nur bis null Grad ausgelegt. Einen Aufpreis kostet die Winterqualität nicht, auswählen muss man an der Säule auch nichts.

Warum Diesel bei Kälte versulzt

Der Übeltäter heißt Paraffin. Die wachsartigen Bestandteile im Diesel bilden schon um den Gefrierpunkt feine Kristalle, die den Kraftstofffilter zusetzen. Dann kommt kein Sprit mehr am Motor an. Das Auto springt nicht an oder geht mitten in der Fahrt aus.

Auch Winterdiesel ist dagegen nicht völlig gefeit. Der ADAC hat schon ab etwa minus sieben Grad erste Paraffinpartikel darin beobachtet. Die minus 20 Grad aus der Norm sind deshalb ein Laborwert, keine Garantie.

Milder November: Die trügerische Schonfrist

Ausgerechnet das Wetter könnte Wenigfahrer in Sicherheit wiegen. Langfristmodelle sehen den November in ganz Deutschland zu warm, laut Meteorologe Dominik Jung bis zu drei Grad über dem Mittel, wie Heidelberg24 berichtet.

Das klingt beruhigend, ist es aber nur bedingt. Wer jetzt nicht umstellt, schleppt den Sommerdiesel einfach in den Dezember oder Januar mit. Der erste echte Frost kommt dann eben später, und das Problem mit ihm.

Die gute Nachricht: Ein milder November gibt Zeit, den alten Sprit in Ruhe leerzufahren.

Wenigfahrer: Erst leerfahren, dann volltanken

Wer jede Woche tankt, kann sich zurücklehnen. Jede Füllung verdünnt den alten Kraftstoff, bis Dezember ist der Tank praktisch auf Winterware umgestellt.

Heikel wird es bei Wohnmobilen, Zweitwagen und Autos, die nur zum Einkaufen rollen. Eine Füllung reicht hier oft für den ganzen Winter. Bis zum 15. November sollten Halter deshalb nur kleine Mengen nachtanken und den Tank möglichst weit leerfahren.

Ab dem 16. November, noch sicherer gegen Monatsende, wird dann voll mit Winterdiesel getankt. Den Tank danach möglichst voll halten: Weniger Luft bedeutet weniger Kondenswasser, das gefrieren kann.

Wer einen Reservekanister im Kofferraum hat, sollte auch den jetzt tauschen.

Open Source

Open Source

Sie haben etwas zu sagen? Senden Sie uns Ihren Text! 

Einreichen
Open Door

Open Door

Sie möchten ein Thema vorschlagen? Senden Sie uns Ihren Vorschlag!

Vorschlagen

Finger weg von Benzin und Petroleum

Den alten Trick, Benzin in den Dieseltank zu kippen, sollte heute niemand mehr anwenden. Moderne Einspritzanlagen nehmen dabei Schaden. Allenfalls Autos vor Baujahr 1997 vertragen laut ADAC geringe Benzinanteile, und auch nur mit ausdrücklicher Herstellerfreigabe, berichtet das Fachmagazin promobil. Für Petroleum gilt dasselbe.

Skeptisch sehen Fachleute auch Fließverbesserer aus dem Zubehörregal. Sie wirken nur, wenn sie rechtzeitig in noch warmen Kraftstoff gemischt werden, und können sich mit den Additiven im Winterdiesel beißen. Im Zweifel hilft der Blick in die Betriebsanleitung.

Dieselfilter jetzt checken lassen

Bei älteren Autos lohnt vor dem Winter ein Werkstattbesuch. Im Dieselfilter kann sich Wasser sammeln, das bei Frost zu Eis wird. Hat der Wagen eine Filterheizung, sollte die gleich mitgeprüft werden.

Nach einer eisigen Nacht die ersten Kilometer ruhig fahren und den Motor nicht hochdrehen. So erwärmt sich der Kraftstoff nach und nach.

Diesel springt nicht an: Was jetzt hilft

Ist der Diesel trotzdem versulzt, hilft nur Wärme. Das Auto muss an einen Ort mit Plusgraden, am besten in eine beheizte Garage oder Werkstatt. Dort lösen sich die Kristalle mit der Zeit wieder auf.

Föhn, Heizlüfter oder gar eine offene Flamme haben an Tank und Leitungen nichts zu suchen. Das ist brandgefährlich. Wer keine warme Garage hat, ruft die Pannenhilfe.

Benzinfahrer betrifft das alles übrigens nicht. Ottokraftstoff kann bei Kälte nicht ausflocken.

Send feedback

Ihre Meinung ist uns wichtig. Senden Sie uns Ihr Feedback zu diesem Artikel an: [email protected]

Lesen Sie mehr zum Thema
weltbune Banner