Rüstung

Milliardenvertrag: Rheinmetall liefert Kamikaze-Drohnen an die Bundeswehr

Im ersten Abruf wird die Bundeswehr 300 Millionen Euro an das Rüstungsunternehmen zahlen. Die Drohnen bieten Schnelligkeit und eine hohe Reichweite.

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Eine Drohne des Typs FV-014 von Rheinmetall

Eine Drohne des Typs FV-014 von Rheinmetall

© Wolf von Dewitz/dpa

Der Düsseldorfer Rüstungskonzern Rheinmetall hat von der Bundeswehr einen Großauftrag über sogenannte Loitering Munition erhalten, auch Kamikaze-Drohnen genannt. Wie das Unternehmen mitteilte, wurde der Vertrag am Mittwoch beim Beschaffungsamt der Bundeswehr in Koblenz unterzeichnet. Der erste Abruf belaufe sich auf rund 300 Millionen Euro brutto, der zugrunde liegende Rahmenvertrag habe ein Volumen im Milliardenbereich. Nach dpa-Informationen geht es um eine fünfstellige Anzahl an Drohnen.

Die Auslieferung soll in der ersten Jahreshälfte 2027 beginnen, die Produktion erfolgt im Werk Neuss vollständig innerhalb der EU. Nach Angaben von Rheinmetall hat die FV-014 eine Reichweite von bis zu 100 Kilometern und kann bis zu 70 Minuten in der Luft bleiben, um Ziele zu beobachten.

Rheinmetall ist Nachzügler im Drohnengeschäft

Bei Loitering Munition handelt es sich streng genommen nicht um Drohnen im klassischen Sinn, sondern um Munition zum Einmalgebrauch. Die Flugkörper werden aus einem Container abgeschossen, kreisen über dem Zielgebiet und stürzen sich dann auf ein Ziel. Wird kein Ziel gefunden, würden sie kontrolliert zum Absturz gebracht, sagte ein Rheinmetall-Sprecher.

Vergleichbare Rahmenverträge hatten zuvor bereits die Konkurrenten Helsing und Stark erhalten. Rheinmetall musste das System nach eigenen Angaben erst neu entwickeln. Vorstandschef Armin Papperger erklärte, mit der FV-014 erhalte die Bundeswehr ein Waffensystem, mit dem sie „eigene Kräfte schützen und kritische Ziele schnell, kontrolliert und wirksam bekämpfen“ könne.

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Erfolg hängt an ständigen Software-Updates

Die Bundeswehr verweist auf die Vorteile dieses Waffentyps: Er erlaube ein schnelles Reagieren und eine präzise Bekämpfung von Zielen, zudem sei die Reichweite höher als bei Artilleriegranaten. Entscheidend sei die Software, die laufend angepasst werden müsse. Die Verträge mit den Lieferanten enthielten daher Innovationsklauseln, die die Hersteller zur Aktualisierung verpflichten.

Ohne eine solche Klausel könnten die Systeme laut Bundeswehr „in wenigen Monaten wirkungslos sein, weil der potenzielle Gegner bereits Gegenmaßnahmen ergriffen hat“. (mit dpa)

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