Der britische Rechtsaußen-Kommentator Milo Yiannopoulos ist von der US-Einwanderungsbehörde ICE festgenommen worden. Der 41-Jährige sei am Donnerstag am internationalen Flughafen von New Orleans in Gewahrsam genommen worden, teilte das Heimatschutzministerium DHS mit. Nach Angaben der Behörde liegt gegen ihn bereits eine endgültige Abschiebungsanordnung vor.
Yiannopoulos sei am 14. Mai 2019 legal über New York in die Vereinigten Staaten eingereist, habe sein Visum jedoch überzogen, erklärte das DHS. Ein Einwanderungsrichter habe deshalb am 22. Juli seine Abschiebung angeordnet, nachdem der Brite nicht zu einer Anhörung erschienen sei. Bis zu seiner Ausweisung bleibe er in ICE-Gewahrsam.
Yiannopoulos äußerte sich zunächst nicht zu den Vorwürfen. Reuters und ABC News konnten nicht feststellen, ob er inzwischen von einem Anwalt vertreten wird. Nach dem Gefangenenregister von ICE wurde er in Louisiana festgehalten.
Kommentator verlangte Abschiebungen vor Ort
Die Festnahme ist besonders bemerkenswert, weil Yiannopoulos selbst seit Jahren ein deutlich schärferes Vorgehen gegen Menschen ohne gültigen Aufenthaltsstatus fordert. Im Juni 2025 verlangte er auf der Plattform X unter anderem ICE-Kontrollstellen an Supermärkten, Tankstellen, Einkaufszentren, Kreuzungen und Behördengebäuden.
Menschen, die ihren legalen Aufenthalt in den USA nicht unmittelbar nachweisen könnten, sollten nach seiner Forderung „auf der Stelle“ abgeschoben werden. In einem weiteren Beitrag verlangte er die Ausweisung von „Millionen und Abermillionen“ Menschen. Zudem sprach er sich laut BBC für vollständige rechtliche Immunität von ICE-Beamten im Einsatz aus.
Das Heimatschutzministerium griff den Fall für eine politische Botschaft auf. Es bezeichnete Yiannopoulos in seiner Mitteilung als „illegalen Ausländer aus dem Vereinigten Königreich“ und erklärte, ein Aufenthalt in Abschiebehaft sei eine Entscheidung. Menschen ohne gültige Papiere sollten die USA freiwillig verlassen, bevor sie festgenommen würden.
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Bekannt geworden durch Breitbart und „Gamergate“
Yiannopoulos wurde ab 2014 als Redakteur des rechten Nachrichtenportals Breitbart News bekannt. Reuters zufolge spielte er eine prominente Rolle in der sogenannten „Gamergate“-Kampagne, bei der vor allem Frauen in der Videospielbranche im Internet angegriffen und belästigt wurden.
Der selbst ernannte Provokateur fiel zudem wiederholt mit Äußerungen über Muslime, Transmenschen, Feministinnen und die Black-Lives-Matter-Bewegung auf. Er unterstützte Donald Trump im Präsidentschaftswahlkampf 2016 und trat damals bei einer Veranstaltung unter dem Titel „Gays for Trump“ auf. Inzwischen kritisiert er Trump gelegentlich, unterstützt nach Darstellung der BBC aber weiterhin zentrale Teile von dessen politischer Agenda.
Im jahr 2017 trat Yiannopoulos bei Breitbart zurück, nachdem Äußerungen öffentlich geworden waren, die als Verharmlosung von Pädophilie kritisiert wurden. Er wies diesen Vorwurf zurück und erklärte, er habe über eigene Erfahrungen als Kind gesprochen.
Verbindungen zu Kanye West und Nick Fuentes
Später arbeitete Yiannopoulos zeitweise für den Rapper Kanye West, der inzwischen unter dem Namen Ye auftritt. Nach Angaben von Reuters war er möglicherweise wegen eines geplanten Konzerts des Musikers nach New Orleans gereist. Eine Bestätigung dafür gab es zunächst nicht.
Yiannopoulos war außerdem für die frühere republikanische Kongressabgeordnete Marjorie Taylor Greene tätig und arbeitete mit dem weißen Nationalisten Nick Fuentes zusammen. Ob und wann er nach Großbritannien abgeschoben wird, war zunächst unklar.
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