Die Explosion in der entmilitarisierten Zone (DMZ) an der innerkoreanischen Grenze am 21. September ist nach Einschätzung des südkoreanischen Generalstabs mit hoher Wahrscheinlichkeit durch eine nordkoreanische Landmine ausgelöst worden.
Südkoreas Verteidigungsminister Kang Shin-chul wertete den Vorgang am Dienstag vor dem Parlament in Seoul als eine „klare Verletzung des Waffenstillstandsabkommens“. Nordkorea trage die Verantwortung, entsprechende Maßnahmen würden ergriffen.
Bei dem Vorfall waren drei südkoreanische Offiziere verletzt worden, zwei davon schwer. Einer der Männer verlor nach Angaben der Nachrichtenagentur AFP einen Fuß.
Der Koreakrieg endete 1953 nur mit einem Waffenstillstand, formell befinden sich beide Staaten weiterhin im Kriegszustand. Die DMZ ist rund vier Kilometer breit und gilt als eine der am stärksten befestigten Grenzen der Welt. Schätzungen zufolge liegen dort etwa 800.000 Minen im Boden, teils noch aus Kriegszeiten.
Sprengsätze zehn Meter südlich der Demarkationslinie
Nach Darstellung des stellvertretenden Generalstabschefs Kwon Dae-won detonierten die beiden Sprengsätze rund zehn Meter südlich der militärischen Demarkationslinie im Abstand von 58 Sekunden. Unweit hätten nordkoreanische Kräfte nach Beobachtungen kürzlich Minen verlegt. Bei ihrem Rückzug entdeckten die Soldaten laut AFP eine dritte, nicht detonierte Mine.
Für die Zuordnung sprechen laut Generalstab mehrere Hinweise: An der Ausrüstung der Verletzten fand das nationale forensische Institut TNT-Spuren und bräunliche Rückstände, aber keine Metallsplitter, wie sie bei südkoreanischen Minen typisch wären. Zudem gebe es in dem Gebiet keine Aufzeichnungen über eigene Verlegungen. Aussagen der Soldaten deuten auf eine Kunststoff- oder Holzkastenmine nordkoreanischer Bauart hin.
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Offen ist nach Angaben des Generalstabs, ob die Mine gezielt gegen südkoreanische Soldaten verlegt wurde oder ob es sich um eine ältere, im Boden verbliebene Mine handelte. Das Gelände sei rund 50 Jahre nicht betreten worden und werde nicht dauerhaft überwacht.
Der endgültige Untersuchungsbericht soll gemeinsam mit dem UN-Kommando (UNC) erstellt werden, das seit dem Krieg die Einhaltung des Waffenstillstands überwacht.
Geteiltes Land seit 1948
Nach der japanischen Kapitulation 1945 war Korea am 38. Breitengrad in eine sowjetische und eine amerikanische Besatzungszone geteilt worden. 1948 entstanden im Süden die Republik Korea unter Rhee Syng-man und im Norden die Demokratische Volksrepublik Korea unter Kim Il-sung.
Im Juni 1950 griff Nordkorea den Süden an, um die Halbinsel unter seiner Führung zu vereinigen. Auf Seiten Südkoreas kämpften von den USA geführte Truppen unter UN-Mandat, China griff auf Seiten Nordkoreas ein.
Das Mandat kam zustande, weil die Sowjetunion den Sicherheitsrat damals boykottierte – aus Protest dagegen, dass China dort weiterhin von der nationalchinesischen Regierung auf Taiwan vertreten wurde. Ohne sowjetisches Veto empfahl der Rat militärischen Beistand für Südkorea und unterstellte die Truppen einem von den USA geführten UN-Kommando.
Der Krieg forderte bis 1953 mehrere Millionen Tote und Verletzte unter Soldaten und Zivilisten. Die USA warfen zudem rund 635.000 Tonnen Bomben und mehr als 32.000 Tonnen Napalm ab, überwiegend über Nordkorea.
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