Raumfahrt

Mission zum Mars: Japans Sonde MMX soll erstmals Proben vom Mond Phobos holen

Die Reise zum Mars-System dauert fast ein Jahr, die Gesteinsproben werden erst 2031 zurück auf der Erde erwartet. Auch Deutschland ist an dem Projekt beteiligt.

Peter Steiniger
Peter Steiniger
3 Min
Ein Testmodell des deutsch-französischen Rovers „Idefix“ bei einer Vorführung vor dem Start der japanischen Marsmission.

Ein Testmodell des deutsch-französischen Rovers „Idefix“ bei einer Vorführung vor dem Start der japanischen Marsmission.

© Ehsan Monajati/dpa

Vom japanischen Weltraumbahnhof Tanegashima ist am Dienstagmorgen (Ortszeit) eine Sonde zum Marsmond Phobos gestartet. Die Sonde „Martian Moons eXploration“ (MMX) hob an Bord einer H3-Rakete ab, wie die Europäische Weltraumorganisation Esa mitteilte.

Geleitet wird die Mission von Japans Agentur Jaxa in Zusammenarbeit mit der US-Raumfahrtbehörde Nasa, der französischen Raumfahrtagentur CNES, dem Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) sowie der Esa.

Rätsel um Herkunft der Marsmonde

Der Mars hat zwei Monde: Phobos und Deimos. Ihre Entstehung ist bislang ungeklärt. Nach Angaben der Esa könnte es sich um eingefangene Asteroiden handeln oder um Trümmer, die nach einem Einschlag auf dem Mars in eine Umlaufbahn geschleudert wurden. Um dies zu klären, seien Bodenproben nötig.

„Die von MMX zurückgebrachten Daten und Proben sind ein Fenster, um die Entwicklung des Mars und des Sonnensystems zu untersuchen“, sagte der bei der Esa für das Projekt zuständige Wissenschaftler Elliot Sefton-Nash laut einer Mitteilung der Raumfahrtorganisation.

Rover „Idefix“ soll auf Phobos landen

Die Hauptsonde soll Phobos zunächst aus der Umlaufbahn untersuchen und anschließend den 25 Kilogramm schweren Rover „Idefix“ auf dem Mond absetzen. Danach soll die Sonde selbst auf Phobos landen und Proben entnehmen. Insgesamt führe die Mission elf wissenschaftliche Instrumente mit, teilte die Esa mit.

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Phobos ist ein unregelmäßig geformter Himmelskörper von etwa 27 mal 22 mal 18 Kilometern Größe, dessen Oberfläche von Einschlagskratern und langen Furchen durchzogen ist. Die Schwerkraft auf Phobos ist so gering, dass der Rover dort nur das Gewicht von umgerechnet 15 Gramm hat.

Der Mond umkreist den Mars in nur rund 6000 Kilometern Höhe und benötigt dafür sieben Stunden und 39 Minuten. Weil er dem Planeten langsam näher kommt, könnte Phobos in etwa 50 Millionen Jahren zerbrechen oder auf den Mars stürzen.

Rückkehr zur Erde im Jahr 2031

Nach Angaben der Esa soll die Sonde im August 2027 in eine Mars-Umlaufbahn einschwenken und ab September 2027 Phobos umkreisen. Der Rover solle Anfang 2029 abgesetzt werden, die Probenentnahme sei für 2030 geplant. Die Kapsel mit mindestens zehn Gramm Material solle 2031 in Australien landen und anschließend nach Japan gebracht werden. Teile der Proben sollen laut Esa auch europäischen Wissenschaftlern zur Verfügung gestellt werden.

Der Mars ist von der Sonne aus gesehen der vierte der acht Planeten des Sonnensystems und bewegt sich auf einer Umlaufbahn zwischen Erde und Jupiter. Im Durchschnitt ist er rund 228 Millionen Kilometer von der Sonne entfernt. Die Entfernung zur Erde schwankt je nach Stellung der beiden Planeten zwischen etwa 55 und 400 Millionen Kilometern. Für einen Umlauf um die Sonne benötigt der Mars 687 Erdentage.

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