Katastrophen und Krieg sind keine abstrakten Begriffe mehr für Berlin. Seit Freitag sind die Hilfsorganisationen und die Freiwillige Feuerwehr offiziell im Besitz von insgesamt 25 neuen Katastrophenschutz-Einsatzfahrzeugen.
Sie sind über die Stadt verteilt an den Standorten der Hilfsorganisationen Deutsches Rotes Kreuz, Malteser Hilfsdienst, Johanniter-Unfall-Hilfe, Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft und Arbeiter-Samariter-Bund stationiert. Die Fahrzeuge rücken aus, wenn es eine Katastrophe oder ein sogenanntes Großschadensereignis gibt – etwa einen großflächigen Stromausfall wegen eines Terroranschlags wie im Januar in Steglitz-Zehlendorf.
Brandanschlag auf Stromnetz in Marzahn: Jetzt ermittelt der Staatsschutz
Die Mannschaftstransport- und Gerätewagen dienen zu Einsatzführung, Betreuung, Behandlung, Logistik und technischer Unterstützung. Die Freiwillige Feuerwehr erhielt für den Zivilschutz einen zusätzlichen Schlauchwagen, auf dem sich insgesamt zwei Kilometer Schläuche befinden. Damit soll die Wasserversorgung der Feuerwehr bei großen Bränden am Stadtrand oder in Waldgebieten sichergestellt werden.
Die neuen Katastrophenschutzfahrzeuge dienen nicht nur dem Transport von Ärzten und Sanitätern. An Bord befinden sich unter anderem ein First-Responder-Rucksack zur Versorgung von Schwerverletzten und ein Zelt, das aufgebaut werden kann, um Verletzte „zu sichten“.
Felix Weber, ehrenamtlicher Rettungssanitäter beim Malteser Hilfswerk, mit einem First-Responder-Rucksack in einem der neuen Katastrophenschutzfahrzeuge
© Soeren Stache/dpa
20 der Fahrzeuge wurden aus Landesmitteln beschafft. Das Land Berlin wandte dafür rund 2,9 Millionen Euro auf. Die fünf weiteren Fahrzeuge wurden aus Bundesmitteln finanziert.
Bei der offiziellen Übergabe der Fahrzeuge vor der Feuerwache Mitte kündigte Innensenatorin Iris Spranger (SPD) an, dass im kommenden Jahr 24 mobile Notstromaggregate angeschafft werden sollen. Sie seien geeignet, jeweils ein mittelgroßes Regierungs- oder Verwaltungsgebäude, etwa eine Polizeiwache, mit Strom zu versorgen. In den kommenden Jahren sollen weitere Aggregate beschafft werden.
„Katastrophenschutz ist eine Gemeinschaftsaufgabe“, sagte Per Kleist, Ständiger Vertreter des Landesbranddirektors. Die neuen Fahrzeuge seien daher nicht nur eine Investition in moderne Technik, sondern auch ein Zeichen der Wertschätzung für die Einsatzkräfte. „Gemeinsam stärken wir damit die Handlungsfähigkeit und Durchhaltefähigkeit des Berliner Katastrophenschutzes.“
Ihre Meinung ist uns wichtig. Senden Sie uns Ihr Feedback zu diesem Artikel an: [email protected]