Traditionsmarke

Mit Halal-Produkten aus der Krise: Halberstädter Würstchen setzt auf neue Produkte

Halberstädter Würstchen steckt in der Krise. Nun will sich das Traditionsunternehmen mit einer breiteren Produktpalette neu aufstellen.

OAZ
2 Min
Nur in Halberstadt produzierte Würstchen dürfen als solche bezeichnet werden.

Nur in Halberstadt produzierte Würstchen dürfen als solche bezeichnet werden.

© Matthias Bein/dpa

Die angeschlagene Unternehmensgruppe Halberstädter Würstchen will mit einer deutlichen Erweiterung ihres Sortiments den Weg aus der wirtschaftlichen Schieflage finden. Neben neuen Produktlinien wie Suppen im Glas, Geflügelwürsten sowie Brat- und Grillwürsten plant das Traditionsunternehmen aus Sachsen-Anhalt auch den Einstieg in den Markt für Halal-Lebensmittel – also Produkte, die nach islamischem Recht für Muslime zulässig sind und vor allem für internationale Märkte gedacht sind.

Wie der Sanierungsexperte mitteilte, der das Unternehmen seit einem Jahr begleitet, soll die breitere Aufstellung dazu beitragen, die Firma wirtschaftlich zu stabilisieren. Geschäftsführerin Silke Erdmann-Nitsch erklärte, dass die Unternehmensgruppe darüber hinaus auch in Nord- und Süddeutschland stärker Fuß fassen wolle.

Hintergrund der Neuausrichtung ist eine schwierige wirtschaftliche Lage: Gestiegene Energie-, Fleisch- und Personalkosten haben dem Halberstädter Betrieb in den vergangenen Jahren erheblich zugesetzt. Hinzu kommen ein insgesamt schrumpfender Wurstmarkt und sinkende Umsätze. Derzeit durchläuft das Unternehmen ein sogenanntes Schutzschirmverfahren – ein insolvenzrechtliches Instrument, das Betrieben offensteht, denen zwar das Geld auszugehen droht, die aber noch nicht zahlungsunfähig sind. Dieses Verfahren soll nach Unternehmensangaben noch vier bis sechs Wochen andauern.

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Am Standort Halberstadt sind derzeit rund 150 Menschen beschäftigt. Laut Geschäftsführerin Erdmann-Nitsch wurde bislang keinem Mitarbeiter gekündigt.

Die traditionellen Halberstädter Würstchen, die in einem speziellen Verfahren kamingeräuchert und gereift werden, genießen den Status einer geografisch geschützten Angabe. Das heißt, Würstchen unter diesem Namen dürfen ausschließlich in Halberstadt produziert werden, wie Erdmann-Nitsch betonte.

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