Dresden

Mit Prominenz zum Rekord: Hope-Gala will Spendenmarke von drei Millionen Euro knacken

Am Samstag wird das „who is who“ im ostdeutschen Entertainment in Dresden erwartet. Warum eine Spendengala für Kinder in Südafrika so viel Resonanz erzeugt.

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Wolfgang Stumph, Gesine Lippert, Christine Stumph und Wolfgang Lippert (v. l.) sind immer wieder gern gesehene Gäste bei der Hope Gala in Dresden.

Wolfgang Stumph, Gesine Lippert, Christine Stumph und Wolfgang Lippert (v. l.) sind immer wieder gern gesehene Gäste bei der Hope Gala in Dresden.

© Matthias Wehnert/imago

Noch läuft im Dresdner Schauspielhaus das normale Programm. Doch am Samstagabend gehört der Saal mit den 700 Sitzplätzen und opulentem Kristallleuchter ganz dem guten Zweck. Die 18. Hope Gala steigt hier mit Prominenz aus ganz Deutschland.

Wer zwischen 200 und 400 Euro für das Eintrittsticket bezahlt hat – die Veranstaltung ist ausverkauft –, hat schon mal die erste gute Tat vollbracht. „Wir tragen die Kosten der Gala alle selbst und brauchen dafür ein gesichertes Budget von 200.000 Euro, bevor sich überhaupt der Vorhang hebt“, erklärt Unternehmerin Viola Klein.

Die Dresdnerin hatte zusammen mit dem Pfarrer Stefan Hippler 2005 die Veranstaltung ins Leben gerufen. „Dieses Jahr wollen wir die Drei-Millionen-Euro-Schallmauer an Spenden schaffen“, sagt sie. Bisher konnten Spenden von 2,9 Millionen Euro insgesamt eingeworben werden.

Und dabei bekam und bekommt Klein viel prominente Hilfe: Sängerinnen wie Ute Freudenberg und Petra Zieger kommen ebenso ohne Gage nach Dresden wie Schauspieler Ralf Bauer, Wolfgang Stumph, Stephan Grossman bis hin zu den Entertainern Dorit Gäbler oder auch Wolfgang Lippert. Sie alle gehören zu 30 Prominenten, die während der Veranstaltungen Lose verkaufen, deren Einnahmen alle an Hilfsprojekte für südafrikanische Kinder gehen. Auch Sport-Stars wie Christiane Reppe (Para-Triathletin) und die Fußballlegenden Ralf Minge und Ede Geyer sowie Leichtathlet Karl Bebendorf und Boxer Arthur Abraham bringen sich für die gute Sache in Dresden ein.

… und die begann vor genau 25 Jahren. 2001 sorgte der Pfarrer Stefan Hippler, der aus Bitburg ans Kap der Guten Hoffnung zog, dafür, dass HIV-kranke Kinder erstmals eine eigene Station in einem Kapstädter Krankenhaus bekamen: „Die HIV-Krise zur Jahrtausendwende hatte Südafrika besonders hart getroffen, viele Kinder wurden durch die infizierten Mütter schon mit HIV geboren“, erinnert sich Hippler zurück.

2007 begann seine Hope-Stiftung neben der Organisation „Ärzte ohne Grenzen“, infizierte Kinder mit der sogenannten AR-Therapie zu behandeln. Dabei wird mit antiviralen Mitteln die Immunreaktion des Körpers auf das HIV-Virus unterdrückt; die Kinder bekommen eine Chance zu überleben. „Denn damals starben die meisten Kinder, die zu uns ins Krankenhaus kamen. Das war die schlimmste Zeit meines Lebens“, so Hippler.

Pfarrer Stefan Hippler und Unternehmerin Viola Klein sammeln seit 20 Jahren zusammen Spenden für bedürftige Kinder in Südafrika.

Pfarrer Stefan Hippler und Unternehmerin Viola Klein sammeln seit 20 Jahren zusammen Spenden für bedürftige Kinder in Südafrika.

© Jörg G. Fieback/Zebra

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Aus der gesundheitlich-medizinischen Fürsorge infizierter Kinder wurde über die Jahre ein ganzheitliches Programm, das Kinder und Jugendliche aus den Townships an Ausbildung, Schule, Jugend- und Sozialarbeit heranführte. Ein spezieller Lern-Campus in Delft holt sie nicht nur von der Straße und damit oft raus aus Gewalt und Drogen, sondern bietet eine Berufsausbildung oder auch Selbstwahrnehmung für Mädchen und Frauen, die sexuelle Gewalt erfahren haben. Dazu gehört auch ein landwirtschaftliches Selbstversorgerprojekt, das nun auch ausgebaut werden soll.

Hippler: „Die Hälfte der Südafrikaner geht abends ohne etwas zu essen ins Bett. Durch unsere Projekte vor Ort helfen wir übers Jahr rund 200.000 Menschen. Wir sind in der Lage, Kinder zu retten und ihnen zu geben, was ihnen zusteht.“

Doch seit der Corona-Pandemie kämpfen viele karitative Einrichtungen mit zurückgehenden Spenden. „Der Klingelbeutel reicht nicht mehr“, so Hippler. Deswegen ist die jährliche Dresdner Hope-Gala immer ein Anker in der rauer werdenden „Finanzsee“. Doch auch die Künstler der Hope Gala, die auf der Bühne stehen, leisten ihren Beitrag.

„Alle treten kostenlos auf, bekommen nur ihre Anfahrt bezahlt und das Hotel gestellt, was wiederum unsere Hotelpartner unentgeltlich zur Verfügung stellen“, erklärt Klein. Dazu gehören Schauspieler Jan-Josef Liefers mit seiner Band „Radio Doria“, Kathy Kelly von der „Kelly Family“, Nachwuchsstar Bjarne oder auch  Ex-Karussell-Sänger Dirk Michaelis.

Dazu bekochen 20 Gastronomen die Gäste kostenlos. Wareneinsatz und Zeit sind ihr Beitrag zur Gala der Hoffnung, bei der erstmals auch die Ostdeutsche Allgemeine Zeitung Medienpartner ist.

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