Die Sitzungssäle der Bundestagsfraktionen im Reichstag sind derzeit eine Baustelle. Dahinter steckt eine umfassende Sanierung im Reichstag, die nach Angaben des Bundesamts für Bauwesen und Raumordnung (BBR) rund 28,3 Millionen Euro kostet.
Erneuert werden vor allem die Konferenz- und Medientechnik sowie die angrenzenden Räume für Presse und Technik. Für Steuerzahler und politisch Interessierte lohnt der genaue Blick: Was passiert dort, wie teuer wird es – und wann können die Abgeordneten zurück?
Was bei der Sanierung im Reichstag erneuert wird
Im Mittelpunkt steht die Technik. Nach Angaben einer BBR-Sprecherin wird neue Konferenz- und Medientechnik eingebaut. Zusätzlich soll die Raumakustik besser werden. Auch bauliche Defizite in den Sälen werden behoben. Die Arbeiten enden nicht an den Türen der Säle. Auch die dazugehörenden Presse- und Technikräume werden modernisiert.
An reguläre Sitzungen ist derzeit nicht zu denken. Statt Stühlen und Tischen stapeln sich Baumaterial, Leitern und Arbeitsbühnen.
Wand- und Deckenverkleidungen sind teilweise entfernt, Kabel liegen frei. Auch die Flure rund um die Säle sind mit Material zugestellt. Die Folge wurde schon Ende Juli sichtbar: Für ihre Sondersitzung musste die CDU/CSU-Fraktion in den Plenarsaal umziehen.
Wann die Sanierung im Reichstag fertig sein soll
Für die Sitzungssäle gibt es einen festen Zeitplan. Sie sollen bis zum Ende der parlamentarischen Sommerpause Anfang September wieder bereitstehen.
Mehr Geduld braucht es bei den Presseräumen. Deren Modernisierung soll erst bis zum Ende des ersten Quartals 2027 abgeschlossen sein. Die mehrwöchige Sommerpause nutzt der Bundestag regelmäßig für größere Baumaßnahmen. In der sitzungsfreien Zeit stört eine Baustelle den Parlamentsbetrieb am wenigsten.
Renovierungen kosten Millionen
Gemessen an anderen Berliner Regierungsbauten wirken die 28,3 Millionen Euro geradezu klein. An mehreren Adressen der Hauptstadt wächst die Rechnung in die Milliarden.
Der Erweiterungsbau des Kanzleramts war 2019 mit bis zu 600 Millionen Euro veranschlagt. Heute liegt die Prognose bei 777 Millionen Euro – fast 30 Prozent mehr.
Begründet wird der Bau mit Platzmangel: Rund 270 Beschäftigte müssen bislang in andere Gebäude ausweichen. Zusätzliche Millionen verschlingt ein Tunnel zur Erschließung – nötig, weil das Land Berlin eine oberirdische Zufahrt ablehnte.
Schloss Bellevue: Kosten von über eine Milliarde möglich
Der Amtssitz von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier (SPD) ist offiziell mit 601 Millionen Euro angesetzt. Der Sanierungsbedarf ist unbestritten: Das Dach ist undicht, Lüftung und Sicherheitsstandards sind veraltet.
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Milliarden-Defizit: Sachsen renoviert Landtag trotzdem für 320 Millionen Euro
Die Arbeiten sollen rund acht Jahre dauern. So lange arbeiten Steinmeier und etwa 220 Beschäftigte in einem eigens errichteten Interimsbau für 205 Millionen Euro.
Rechnet man Preisvorsorge, Risikoreserve und dieses Ausweichquartier hinzu, kann die Summe auf rund 1,065 Milliarden Euro steigen.
Auswärtiges Amt: von 127 auf 199 Millionen Euro
Auch beim Umbau des Auswärtigen Amts stieg die Rechnung. Ursprünglich waren 127 Millionen Euro geplant, inzwischen nennt das BBR rund 199 Millionen Euro – gut 57 Prozent mehr. Zugleich verschob sich die Fertigstellung von 2028 auf 2030.
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