Es duftet nach Popcorn und auf dem großen Tannenbaum funkeln die Kugeln, wie frisch poliert, in herrlichem Rot und Gold. Der Zauber der Weihnachtswelt bei Möbel Höffner fängt gleich hinter der Drehtür an. Das Möbelhaus in Siebenlehn, nur einen Steinwurf von der Autobahn 4 entfernt, hat einen neuen Namen und eine neue Fassade. Dort, wo bisher in großen Lettern Mahler stand, prangt jetzt der rote Schriftzug von Möbel Höffner. Heute ist große Eröffnung und die Bratwurst kostet in der Holzhütte „7-Lehn“ nur einen Euro.
Das Möbelhaus gehört seit 2014 zur Möbel-Höffner-Gruppe, erlebte aber erst jetzt seine komplette Transformation. Genauer gesagt, zwischen dem 19. Oktober und dem 4. November. In weniger als drei Wochen wurden die Fassade erneuert und die Verkaufsflächen umgestaltet. Die erstrecken sich auf drei Etagen und umfassen insgesamt 34.000 Quadratmeter, wie Kurt Krieger erklärt. Er ist Inhaber der Möbel-Höffner-Gruppe, die in Taucha bei Leipzig, in Chemnitz und Dresden schon drei Häuser in Sachsen unter dem Namen Höffner betreibt. Nun kommt der vierte Standort in Siebenlehn dazu.
Und das in einer Zeit, in der die Möbelhäuser nach einem Corona-Hoch eher sinkende Umsatzzahlen verzeichnen. „Es gab schon Zeiten, wo der Handel mehr Spaß gemacht hat“, bekennt Kurt Krieger. Aber wenn es eben nicht mehr so gut laufe, dann müsse sich der Unternehmer mehr Mühe geben. Für das Einrichtungshaus in Siebenlehn bedeutet das jetzt auch die Präsenz im Internet unter dem Dach der Marke Höffner. „Das Internet ist heute unser Schaufenster und das gab es bisher für diesen Standort nicht“, so Krieger.
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Kurt Krieger hat Möbel Höffner groß gemacht. Mit der Tischlerei seines Vaters und einem insolventen Berliner Möbelhandel fing alles an, heute gibt es 30 Höffner-Möbelhäuser, davon 15 in Deutschland.
© Ines Mallek-Klein für die Ostdeutsche Allgemeine
Rund zehn Millionen Euro hat der Umbau des Möbelhauses gekostet, das gut 100 Mitarbeiter zählt. Es sollen noch ein paar mehr werden, auch weil man die Ausbildung forcieren wolle. „Das ist in diesem Jahr deutlich zu kurz gekommen“, so Kurt Krieger. Bei Möbel Höffner kann man nicht nur beraten, verkaufen, montieren oder in der Verwaltung arbeiten. Der Familienbetrieb bildet auch Tischler aus, die im Höffner-Möbelwerk maßgeschneiderte Möbel bauen, unter anderem Garderoben oder Ausstattungen für Büros.
Der Standort in Siebenlehn biete neue Möglichkeiten, sagt Kurt Krieger. Hier sei, anders als im Elbepark Dresden oder dem Chemnitz-Center, eine Sonntagsöffnung möglich und die bringe Konkurrenten regelmäßig fünf Prozent des Jahresumsatzes. Neu ist in Siebenlehn auch das Outlet, das größte der ganzen Höffner-Gruppe. Hier können Einzelstücke, Auslaufmodelle oder Rückläufer aus Fehlkäufen mit 30 bis 80 Prozent Rabatt erstanden werden – und zwar ganzjährig. Es komme vor, dass sich Kunden vermessen, ihnen die Farbe nicht gefalle oder die im Internet ausgesuchte Couch nicht durch die Tür passe, so der Firmenchef. Die Möbel werfe man natürlich nicht weg, sondern biete sie rabattiert an.
Ebenfalls neu ist die Expressabteilung. Die hier gezeigten Produkte sind allesamt vorrätig und können gleich mitgenommen werden. Ist das Auto nicht groß genug, werden sie binnen fünf Tagen geliefert. Zeit sei eine wichtige Komponente im Möbelhandel, sagt Sebastian Lüders bei der Führung durch das Möbelhaus. In der zweiten Etage stehen 160 Musterküchen, von ganz groß mit riesiger Arbeitsplatte bis zum Modell für die kleine Neubauwohnung. Die Küchen seien innerhalb von drei Wochen lieferbar, so Lüders. Viele Konkurrenten bräuchten die dreifache Zeit.
50.000 Artikel auf 34.000 Quadratmetern
Wer durch die Ausstellung läuft, trifft auf moderne Designerküchen in matt poliertem Edelstahllook, aber auch auf die Landhausküche mit Massivholzelementen. Die deutsche Möbelindustrie sei größtenteils nach Osteuropa abgewandert, sagt Kurt Krieger. Vereinzelte Firmen wie die Oelsaer Polstermöbelhersteller gebe es hier noch, auch in Sachsen. „Und wo immer wir die Möglichkeit haben, präsentieren wir sie in der Ausstellung“, so Krieger.
Die umfasst 50.000 Artikel, zum Vergleich: Ikea hat etwa ein Viertel davon. Nicht alles sind Möbel, denn wer Betten und Matratzen verkauft, verkauft auch Bettwäsche, für die Badezimmer gibt es Handtücher und Seifenspender und für alle Räume die passende Lampe, erklärt Sebastian Lüders.
Möbel Höffner möchte den Einkauf zum Erlebnis machen – für die ganze Familie. Deshalb gibt es einen riesigen Indoor-Spielplatz für Kinder mit Klettermöglichkeiten, Trampolin und einer Miniautorennstrecke, auf der Kinder ab sechs Jahren ihren Führerschein ablegen können. Für Kindergeburtstage lassen sich Themenzimmer buchen und das passende Catering liefert die hauseigene Küche gleich mit. Man wolle, sagt der Hausleiter Swen Thiessenhusen, dafür sorgen, dass sich die Kinder wohlfühlen und beschäftigt sind.
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Während einige ausgewählte Gäste das neu gestaltete Möbelhaus schon am Mittwoch vorab erkunden konnten, öffnen die Türen offiziell am 5. November um 9 Uhr. Man rechne mit einem großen Besucheransturm, habe deshalb Ordner auf Parkplätzen eingeteilt und selbst die Polizei informiert, sollte es zu einem Rückstau auf die Autobahn kommen. Es dürfte auch die folgenden Tage voll bleiben, denn auf die Besucher warten ein Glücksrad, ein Ballonflug am Kran in 50 Metern Höhe und am Samstag ein Rekordversuch mit dem längsten Mettbrötchen der Welt. Das wird, einmal vermessen, in zehn Zentimeter großen Stücken kostenlos verteilt.
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