Decathlon macht seine Pläne für Rostock jetzt konkret. Für den Standort in Schutow wurde bereits ein Mietvertrag unterschrieben. Das bestätigt das Unternehmen auf Anfrage der Ostdeutschen Allgemeinen Zeitung. Gemeinsam mit einem neuen Höffner-Möbelmarkt soll Decathlon dort Teil eines seit Jahren geplanten Handelsstandortes werden. Rostock bekommt für den Konzern eine besondere Bedeutung.
„Wir halten selbstverständlich an unseren Plänen fest. Eine Ansiedlung in der Stadt Rostock sowie der genaue Standort sind fest eingeplant“, sagt Rafael Burckhardt, Expansionsverantwortlicher der Region bei Decathlon. Damit gibt es wenige Tage nach der jüngsten Entscheidung der Rostocker Bürgerschaft neue Details zu einem Projekt, um das seit Jahren gerungen wird.
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Decathlon und Höffner: So groß soll der Standort werden
Der neue Decathlon-Markt soll nach Angaben des Unternehmens rund 3000 Quadratmeter Verkaufsfläche umfassen. Hinzu kommt ein Außenbereich. Mit der Ansiedlung sollen laut Decathlon etwa 50 neue Arbeitsplätze entstehen.
Deutlich größer soll der ebenfalls geplante Höffner-Möbelmarkt werden. Der aktuelle Entwurf des Bebauungsplans erlaubt für den Möbelmarkt bis zu 24.000 Quadratmeter Verkaufsfläche. Für den Sportfachmarkt sind maximal 4000 Quadratmeter vorgesehen.
„Der Standort Rostock hat für unsere weitere Expansion eine enorme Bedeutung“, sagt Burckhardt. Das dortige Geschäft werde „unser Flagship-Store“ und solle als wichtiges Aushängeschild in Ostdeutschland dienen.
Eröffnung Anfang 2028 geplant – Baurecht fehlt noch
Nach eigenen Angaben plant Decathlon derzeit eine Eröffnung Anfang 2028. Einen genauen Termin für den Baustart kann das Unternehmen allerdings noch nicht nennen. Der Grund: Decathlon tritt bei dem Projekt nicht selbst als Bauherr auf. Bauherr ist die Unternehmensgruppe Krieger, zu der auch Möbel Höffner gehört. Derzeit laufen noch die notwendigen Planungen und Genehmigungsschritte, bevor gebaut werden kann
Wie die Stadt Rostock auf Anfrage der OAZ mitteilt, war der Beschluss der Bürgerschaft vom 2. September noch nicht der endgültige Satzungsbeschluss. Die Rostocker Bürgerschaft habe dort den nächsten wichtigen Schritt für das Projekt beschlossen.
Damit ist aber noch nicht endgültig entschieden, dass gebaut werden kann. Die Stadt hat zunächst den Bebauungsplan auf den Weg gebracht und den aktuellen Entwurf für die weitere Prüfung freigegeben. Vor einem Baustart braucht es anschließend außerdem einen Bauantrag und eine Baugenehmigung.
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Warum um den Standort Schutow lange gerungen wurde
Die Pläne für den Standort in Schutow reichen weit zurück. 2010 hatte die Rostocker Bürgerschaft erstmals beschlossen, das Gebiet westlich der Messestraße planerisch zu entwickeln. Decathlon wiederum bemüht sich schon seit 2009 um eine Ansiedlung in Rostock.
Problematisch war vor allem, dass Teile des Sortiments als innenstadtrelevant gelten. Damit stellte sich die Frage, ob ein großer Sportmarkt am Stadtrand Kaufkraft aus der Innenstadt abziehen könnte. Deshalb musste die Stadt ein sogenanntes Zielabweichungsverfahren beim Land beantragen. Erst 2020 lag dafür ein positiver Bescheid vor. Danach wurden die Planungen erneut angepasst.
Auch der Höffner-Neubau war Teil dieser langjährigen Debatte. Gemeinsam sollen Möbelmarkt und Sportfachmarkt den bestehenden Handelsschwerpunkt Schutow erweitern. Kritiker, darunter Vertreter von IHK, Handelsverband und Citykreis sowie Teile der Politik, warnten allerdings immer wieder vor möglichen Folgen für den innerstädtischen Einzelhandel.
Krieger-Gruppe verpflichtet sich zu Höffner-Projekt
Die Stadt rechnet derzeit damit, den Satzungsbeschluss im ersten Halbjahr 2027 herbeizuführen. Voraussetzung sei, dass durch die weitere Beteiligung keine Änderungen am Planentwurf notwendig werden. Für Erschließung, Hochbau und Eröffnung sei anschließend der Bauherr verantwortlich. Damit bleibt die von Decathlon angestrebte Eröffnung Anfang 2028 ambitioniert. Ausgeschlossen ist sie nach dem derzeitigen Planungsstand allerdings nicht.
Noch sind laut der Stadt Rostock zudem einzelne Fragen nicht abschließend geklärt. So laufen zwischen Rostock und dem Bauherrn derzeit Abstimmungen zur Erschließung sowie zum Arten- und Naturschutz. Die Ergebnisse sollen nach einer Einigung vertraglich festgeschrieben werden.
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