Alpen

Mont Blanc wächst um fast zwei Meter – doch unter dem Eis finden Forscher ein Rätsel

Mont Blanc Höhe 2026: Geometer messen 4807,47 Meter, 1,88 Meter mehr als 2023. Grund ist die Eiskappe auf dem höchsten Gipfel der Alpen.

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Schnee und Eis über dunklem Fels: Im Mont-Blanc-Massiv bestimmt die Eiskappe, wie hoch ein Gipfel gemessen wird. (Symbolbild)

Schnee und Eis über dunklem Fels: Im Mont-Blanc-Massiv bestimmt die Eiskappe, wie hoch ein Gipfel gemessen wird. (Symbolbild)

© IMAGO/Krauthöfer

Der höchste Berg der Alpen ist gewachsen, um 1,88 Meter seit 2023. Der Mont Blanc misst jetzt 4807,47 Meter.

Rätselhafter ist, was die Vermesser unter seiner Eiskappe gefunden haben. Der Felsgipfel liegt dort 2,60 Meter tiefer als bislang angenommen.

Vorgestellt hat die Zahlen die Geometerkammer des Départements Haute-Savoie am Mittwoch in Saint-Gervais-Mont-Blanc, wie die Nachrichtenagentur AFP berichtet.

Georadar misst erstmals den Fels unter dem Mont Blanc

Bei der Messkampagne im September hatten die Vermesser zum ersten Mal ein Georadar dabei. Es bildet die Eiskappe ab und zugleich den Fels darunter.

Ergebnis für den Felsgipfel: 4789,40 Meter. Andere Wissenschaftler waren 2004 auf 4792 Meter gekommen.

Eine Erklärung gibt es noch nicht. „Wir haben uns noch nicht die Zeit genommen, diese Abweichung zu analysieren und zu verstehen“, räumte Jean des Garets ein, Präsident der Geometerkammer.

Rechnerisch trägt der Berg damit rund 18 Meter Schnee und Eis auf seinem Scheitel.

Warum die Höhe des Mont Blanc schwankt

Die offizielle Gipfelhöhe ist die Oberfläche dieser Kappe. Wind und Wetter formen sie ständig um.

„Der Gipfel ist in ständiger Bewegung“, sagte des Garets.

Die Ausschläge sind beachtlich: 2021 maß der Berg 4807,81 Meter, 2023 nur noch 4805,59 Meter, wie Euronews auflistet. Damals hatte die Berliner Zeitung über den geschrumpften Mont Blanc berichtet.

Den Höchstwert seit Beginn der Messreihe 2001 erreichte der Gipfel 2007 mit knapp 4811 Metern.

Warum auf Montblanc-Füllern 4810 steht

Der Füllerhersteller Montblanc graviert die Höhe gerundet auf seine Federn: 4810. Des Garets hält das für vernünftig.

„Wir haben Schwankungen von mehreren Metern von einem Jahr zum anderen. Auf zehn Meter zu runden, ist also nicht schlecht.“

Mont Blanc wieder so hoch wie 1894

Mit dem neuen Wert liegt der Gipfel nur 27 Zentimeter über einer berühmten Marke: 4807,2 Meter.

Die Cousins Henri und Joseph Vallot hatten sie zwischen 1892 und 1894 per Triangulation ermittelt, wie das Regionalmagazin Lyon Capitale schreibt. Generationen französischer Schüler lernten die Zahl auswendig.

Hitzesommer: Kein Klimasignal am Gipfel – noch nicht

Aus einer einzelnen Messung lesen die Geometer keinen Klimatrend ab. Ihre Daten sollen über Jahre von Fachleuten ausgewertet werden.

Dabei war 2026 laut den Vermessern ein auffällig trockenes Jahr. Bei Hitzewellen stieg die Nullgradgrenze zeitweise über 5000 Meter und damit über den Gipfel.

Weiter unten im Massiv hinterließ der Sommer Spuren. Wegen Steinschlags mussten Hütten zeitweise schließen.

Der Glaziologe Luc Moreau sieht die Gipfelkappe dennoch stabil. Sie bleibe „noch kalt“ und sei vom Klima „noch nicht allzu sehr verändert“. Gerade deshalb begrüßt er, dass die Messreihe weiterläuft.

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30 Kilo Technik auf 4807 Metern

Für die Messung stiegen 32 Geometer, Bergführer und Partner in elf Seilschaften rund zehn Stunden zum Gipfel. Im Gepäck: etwa 30 Kilogramm Technik, dreimal so viel wie sonst.

Erstmals trugen drei Fachleute des französischen Geoinstituts IGN ein Gravimeter hinauf. Es misst das Schwerefeld, aus dem sich der Nullpunkt für alle Höhenangaben ableitet.

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