Kriminalität

Mordkomplott gegen Ex-Hells-Angel: Der „Perser“ über eiskalte „Wegwerftäter“

Die Straße vergisst nicht – am wenigsten die Hells Angels: Was weiß Kassra Zargaran über den mutmaßlichen Killer, der ihn töten sollte?

5 Min
Ehemaliger Höllenengel: Kassra Zargaran

Ehemaliger Höllenengel: Kassra Zargaran

© Stephanie Steinkopf/Ostkreuz

Gegen einen Hells-Angels-Aussteiger gibt es Mordpläne. Kassra Zargaran, genannt „der Perser“, hat einen konkreten Verdacht, wer dahinterstecken könnte. Trotz der ständigen Gefahr zeigt er sich allerdings äußerst abgeklärt, da er die Kaltblütigkeit krimineller Strukturen aus eigener Erfahrung gut kennt.

2010 war Zargaran den Hells Angels Berlin City beigetreten. Die Gruppe unter dem Anführer Kadir Padir galt als besonders machthungrig, aggressiv und gewalttätig in der Berliner Unterwelt. Den Wendepunkt markierte der sogenannte Wettbüro-Mord im Januar 2014 in Reinickendorf: Zargaran war an der Tat beteiligt, drückte selbst aber nicht ab. 2014 musste er sich mit anderen verantworten und sagte dabei als Kronzeuge aus. Er saß zehn Jahre in Haft. Heute klärt er über die Unterwelt auf – und ihre Verbindungen in Justiz und Politik.

Nur durch Zufall war der frühere Hells Angel nun einem Mordkomplott entkommen. Die Polizei hatte Mitte August in Nordrhein-Westfalen einen Mann festgenommen. Dieser Mann, zu dem die Staatsanwaltschaft bislang keine Informationen preisgibt, soll mit einem anonymen Auftraggeber über einen Mord an Zargaran kommuniziert haben.

Der Auftraggeber nannte bei den zufällig entdeckten Chats offenbar auch den Aufenthaltsort Zargarans. Es gab auch Hinweise darauf, dass auch keine Rücksicht auf „Verluste“, also mutmaßlich auch nicht auf seine Familie, genommen werden sollte. Die Ausspähung und Vorbereitung waren bereits weit vorangeschritten. Ein genauer Anschlagsort war laut Zargaran festgelegt, Fluchtwege waren ausgekundschaftet und Fotos übermittelt worden.

Werden Sie Teil des Ostablishments.

Sie haben bereits ein O+ Abo?

*