Küstenschutz

Munition vor Graal-Müritz: Rund 250 Verdachtsobjekte sollen untersucht werden

Das Seegebiet zwischen Graal-Müritz und Dierhagen dient der Sandgewinnung für Strände und Dünen. Die Arbeiten sollen spätestens Ende November 2026 enden.

Alexander Angierski
3 Min
Küstenschutz: Vor Graal-Müritz setzt das Land die Suche nach Kampfmitteln im Meeresboden fort (Symbolbild).

Küstenschutz: Vor Graal-Müritz setzt das Land die Suche nach Kampfmitteln im Meeresboden fort (Symbolbild).

© Christoph Worsch/imago

Vor der Küste zwischen Graal-Müritz und Dierhagen setzt Mecklenburg-Vorpommern die Suche nach Kampfmitteln im Meeresboden fort. Rund 250 Verdachtsobjekte sollen in einem Seegebiet vier bis sechs Kilometer vor der Küste untersucht und, soweit möglich, geborgen werden. Das teilte das Ministerium für Klimaschutz, Landwirtschaft, ländliche Räume und Umwelt am Montag mit.

Hintergrund ist die Sandgewinnung für den Küstenschutz. Das Seegebiet gehört zur marinen Sandlagerstätte „Graal-Müritz“, die seit 2019 sondiert wird. Nach Angaben des Ministeriums wurden dort bislang fast 4000 kampfmittelrelevante Anomalien festgestellt.

Mit der diesjährigen Kampagne hat das Land die Hansataucher GmbH aus Hamburg beauftragt. Die Arbeiten sollen spätestens Ende November 2026 abgeschlossen sein. Ein Startdatum und eine Auftragssumme nannte das Ministerium nicht.

Land braucht jährlich rund 500.000 Kubikmeter Sand

Umweltminister Till Backhaus verknüpft die Räumung direkt mit dem Schutz der Küste. „Hier greifen Munitionsbergung und Küstenschutz unmittelbar ineinander. Wir brauchen Sand aus der Ostsee, um unsere Strände und Dünen zu erhalten“, erklärte er. Deshalb investiere das Land Jahr für Jahr in die Untersuchung und Räumung dieser Flächen.

Im langjährigen Durchschnitt braucht das Land nach Ministeriumsangaben jährlich rund 500.000 Kubikmeter Sand, um Verluste an der Außenküste auszugleichen. Laut Ministerium gibt es über 100 Kilometer natürliches Schutzsystem sowie insgesamt über 450 Kilometer Küstenschutzanlagen.

Berufstaucher suchen Munition vor Graal-Müritz und Dierhagen

Die Untersuchung läuft in zwei Stufen. Zunächst werden mögliche Kampfmittel geophysikalisch geortet. Anschließend prüfen Berufstaucher die Verdachtsstellen am Meeresboden. Was sich als Munition herausstellt, wird nach Angaben des Ministeriums geborgen oder beseitigt, soweit das möglich ist.

Open Source

Open Source

Sie haben etwas zu sagen? Senden Sie uns Ihren Text! 

Einreichen
Open Door

Open Door

Sie möchten ein Thema vorschlagen? Senden Sie uns Ihren Vorschlag!

Vorschlagen

In früheren Kampagnen wurden bereits kleinkalibrige Geschosse, Munitionsschrott und großkalibrige Munition geborgen, darunter eine etwa 80 Zentimeter große Seemine. In den vergangenen zehn Jahren wurden im Auftrag des Staatlichen Amtes für Landwirtschaft und Umwelt Mittleres Mecklenburg rund 100 Quadratkilometer Meeresboden untersucht. Dafür stellt das Land laut Ministerium jährlich bis zu 1,5 Millionen Euro bereit.

Backhaus rechnet mit einer Daueraufgabe: „Die Hinterlassenschaften zweier Weltkriege werden uns noch über Jahrzehnte beschäftigen.“ Das Land untersuche die Flächen systematisch und beseitige Gefahren.

Send feedback

Ihre Meinung ist uns wichtig. Senden Sie uns Ihr Feedback zu diesem Artikel an: [email protected]

Lesen Sie mehr zum Thema
weltbune Banner