Eine unscheinbare Muschel hat an Mecklenburg-Vorpommerns Ostseeküste erhebliche Schäden verursacht. Buhnen, Holzpfähle und Hafenanlagen müssen vielerorts ersetzt werden. Das kann nach Angaben des Umweltministeriums in Schwerin auch Folgen für den Küstenschutz haben. Zuletzt seien im Landkreis Rostock in Heiligendamm und Graal-Müritz Holzpfähle ersetzt worden, teilte ein Sprecher der Deutschen Presse-Agentur mit. Im Seebad Hohe Düne in Rostock laufen Arbeiten, die wegen des Naturschutzes und der touristischen Nutzung seit April unterbrochen sind und erst Mitte September fortgesetzt werden sollen.
Teurer Kampf gegen Muscheln: Hunderttausende Euro nötig
Die Kosten für die Maßnahmen in Heiligendamm bezifferte das Ministerium bereits im Oktober mit rund 200.000 Euro. Die jüngsten Schäden dürften dementsprechend ebenfalls hohe Kosten verursachen.
Weitere Maßnahmen würden für Boltenhagen-Redewisch im Landkreis Nordwestmecklenburg, Nienhagen im Landkreis Rostock und Zingst im Landkreis Vorpommern-Rügen vorbereitet, hieß es. Auch in Graal-Müritz und Hohe Düne bestehe weiterer Bedarf. Die maroden Teile würden durch zertifiziertes Hartholz ersetzt, das resistent gegen die Muscheln sei.
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Schiffsbohrmuschel befällt einheimische Holzarten
An den gesamten Buhnensystemen zwischen Boltenhagen und Zingst bis einschließlich Hiddensee seien Schäden festgestellt worden, teilte das Ministerium der dpa mit. Betroffen seien insbesondere die bislang meist aus Kiefer bestehenden Landanschlüsse. Der Befall mit der Schiffsbohrmuschel (Teredo navalis) werde regelmäßig untersucht. Nachweise gebe es im Flachwasserbereich bis an die Küsten nördlich Rügens.
Bei Harthölzern beschränke sich der Befall auf das nichttragende Splintholz und falle gering aus. Einheimische Holzarten seien dagegen, soweit nicht bereits ersetzt, in den Bereichen bis Rügen stark befallen und müssten perspektivisch komplett ausgetauscht werden. Im vergangenen Jahr seien auch im östlichen Bereich Rügens Larven nachgewiesen worden, bisher jedoch ohne sichtbaren Befall der Buhnenhölzer.
Wismarer Hafen setzt auf Wechsel zu Stahlbeton
Auch im Wismarer Hafen sind Holzpfähle von der Muschel zerfressen und sollen ausgetauscht werden. Beim Neubau des Brunkowkais in Wismar sei deshalb auf Stahlbeton umgestellt worden, teilte das Wirtschaftsministerium mit.
Ähnlich verfahren laut Ministerium die Wassersportvereine an der Warnow, die zunehmend auf Stahlpfähle setzen. In Wirtschaftshäfen kämen zur Ufersicherung seit Jahrzehnten Spundwände aus Stahl zum Einsatz. Bei Anlegestegen für kleinere Wasserfahrzeuge werde dagegen weiterhin vermehrt Holz verwendet.
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