Berlins frühere Gesundheitssenatorin Dilek Kalayci (SPD) hat wegen ihrer Verurteilung wegen Bestechlichkeit ihren Anspruch auf ein Ruhegehalt des Landes verloren. Die entsprechenden gesetzlichen Regelungen seien angewendet worden, nachdem der Tagesspiegel darüber berichtet hatte, teilte die Senatsfinanzverwaltung mit. Details zu dem Fall und zur Höhe der Zahlungen wurden nicht genannt.
Der Anwalt, der Kalayci im Prozess vertreten hatte, äußerte sich auf dpa-Anfrage zunächst nicht.
Urteil seit Dezember rechtskräftig
Kalayci (59) war im April 2025 wegen Bestechlichkeit zu einer Haftstrafe auf Bewährung von einem Jahr und sechs Monaten verurteilt worden. Das Urteil des Berliner Landgerichts gegen sie ist seit dem 18. Dezember 2025 rechtskräftig.
Eine Werbeagentur hatte 2019 die Hochzeitsfeier von Kalayci organisiert, dafür aber keine Rechnung gestellt. Das Gericht sah einen Zusammenhang zu einem Auftrag für die Firma von der Senatsgesundheitsverwaltung.
Anspruch auf Pension erloschen
Laut dem Versorgungsgesetz für Beamte des Landes Berlin erlischt der Anspruch auf Ruhegeld, wenn eine Verurteilung mit einem bestimmten Strafmaß zum Verlust der Beamtenrechte führt. Das ist bei Kalayci der Fall.
Die SPD-Politikerin war von 2001 an Mitglied im Abgeordnetenhaus. Von 2011 bis 2021 war sie erst Arbeits-, dann Gesundheitssenatorin. Nach Berechnungen des Bundes der Steuerzahler, die in mehreren Medien zitiert werden, hätte ihr Ruhegeld-Anspruch bei mehr als 6000 Euro im Monat gelegen. (mit dpa)
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