Wenige Tage nach der Gewalttat an einer Schule in Neu Zittau mit zwei Toten ist es im Landkreis Oder-Spree erneut zu einem Tötungsdelikt gekommen. Wie die Polizei mitteilte, wurde am Montagmorgen in Erkner – nur fünf Kilometer von Neu Zittau entfernt – eine Frau auf offener Straße attackiert und tödlich verletzt.
Nach Angaben eines Polizeisprechers ereignete sich die Tat gegen 6.30 Uhr. Ein 29-jähriger Mann soll die fünf Jahre jüngere Frau an der Leo-Hendrik-Baekeland-Straße in der Innenstadt von Erkner niedergestochen haben. Sie erlag wenig später trotz Reanimationsmaßnahmen ihren Verletzungen.
Zeugen hatten die Polizei alarmiert. Die Beamten konnten den mutmaßlichen Messerstecher nach kurzer Zeit stellen und festnehmen. Nach Angaben eines Polizeisprechers kannten sich Täter und Opfer. Beide hätten einen Migrationshintergrund.
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Durch die polizeilichen Maßnahmen und die kriminaltechnischen Untersuchungen kam es rund um den Tatort zu zahlreichen Staus. Die Leo-Hendrik-Baekeland-Straße und die gleichnamige Brücke waren mehrere Stunden gesperrt. Gegen 14 Uhr rollte der Verkehr wieder. Die Polizei sucht nun weitere Zeugen.
Erst am vergangenen Donnerstag hatte eine Bluttat die benachbarte Gemeinde Neu Zittau erschüttert. Ein 19-Jähriger soll auf dem Gelände der Docemus-Privatschule seine einstige Freundin mit einem Messer angegriffen und erstochen haben. Ein 30 Jahre alter Horterzieher der benachbarten Grundschule wurde ebenfalls getötet, als er versucht haben soll, der 18-Jährigen zu helfen.
Die Polizei nahm den mutmaßlichen Täter, der in Erkner zur Schule gegangen sein soll, fest. Gegen ihn wurde Haftbefehl wegen zweifachen Mordes aus niedrigen Beweggründen erlassen. Der junge Mann schweige zu den Vorwürfen, teilte die Staatsanwaltschaft mit. Er sei zuvor strafrechtlich noch nicht in Erscheinung getreten, der Polizei jedoch bekannt.
Gedenken und Schweigeminute für getöteten Erzieher
Auch am Montag fand noch kein regulärer Unterricht an der Schule, zu der Gymnasium, Oberschule und Fachoberschule gehören, statt. Noch immer seien Seelsorger und Psychologen im Einsatz, hieß es.
In der Schule ist am kommenden Donnerstagvormittag ein Trauergottesdienst geplant. Tags darauf soll es am Nachmittag vor der Schule ein Gedenken mit Schweigeminute für den getöteten Erzieher geben. Das erklärte Frank Nakoinz, der Bürgermeister der Gemeinde. Er bat Medienvertreter, der Gedenkveranstaltung aus Respekt vor den Trauernden fernzubleiben.
Zudem teilte Nakoinz mit, dass die Gemeinde Gosen-Neu Zittau ein Spendenkonto für die Hinterbliebenen einrichten werde.
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