Stadtentwicklung

Nach dem Intel-Aus: Warum dieser Investor trotzdem in Magdeburg baut

Auf dem alten RAW-Gelände fällt der Startschuss. 2.000 Wohnungen sind geplant. Wann die ersten Mieter einziehen können, steht fest.

3 Min
Offizieller Auftakt in Salbke: Beim Spatenstich am 21. August 2026 fiel der Startschuss für das Projekt Rawsburg.

Offizieller Auftakt in Salbke: Beim Spatenstich am 21. August 2026 fiel der Startschuss für das Projekt Rawsburg.

© Staatskanzlei/Vorlautfilm

Jahrzehntelang lag es brach, jetzt beginnt der Wandel: Auf dem RAW-Gelände in Magdeburg entsteht eines der größten Stadtquartiere, das die Landeshauptstadt seit Langem gesehen hat. Am Freitag, dem 21. August 2026, fiel im Stadtteil Salbke der offizielle Spatenstich für das Projekt „Rawsburg“. Rund 800 Millionen Euro fließen in etwa 2.000 Wohnungen – dazu kommen Gewerbe, Bildung, Gesundheit und Freizeit.

Für Wohnungssuchende und Anwohner ist das eine Nachricht mit Gewicht: Aus einem verfallenen Areal soll ein komplettes Viertel werden. Die ersten Wohnungen könnten bereits Anfang 2028 bezugsfertig sein. Wer wissen will, was genau geplant ist, wann was fertig wird und warum dieser Baustart mehr als Symbolik ist, findet hier die Antworten.

Was auf dem RAW-Gelände in Magdeburg entsteht

Das ehemalige Reichsbahnausbesserungswerk im Südosten der Stadt umfasst rund 250.000 Quadratmeter. Auf dieser Fläche plant die Rawsburg GmbH, die deutsche Tochter der Altaş-Holding, ein komplettes Stadtquartier.

Neben den rund 2.000 Wohnungen sind Gewerbe- und Büroflächen vorgesehen. Dazu kommen Einkaufsmöglichkeiten, Gastronomie, Arztpraxen, eine Schule, Sportanlagen und Kinderbetreuung. Neun historische Gebäude sollen nach Angaben der Projektgesellschaft erhalten bleiben. Ergänzt wird das Areal durch energieeffiziente Neubauten und die Pflanzung von 400 neuen Bäumen. Das Konzept wurde bereits international ausgezeichnet.

Beim Spatenstich waren erste Fortschritte sichtbar. Die Sanierung der historischen Kopfbauten am Eingang des Areals hat begonnen, ebenso die Vorbereitungen für die ersten Wohngebäude an der Straße Alt Salbke. Nach Angaben von Projektmanager Christian Müller-Hagen sollen die ersten Wohnungen Anfang 2028 fertig sein. Das gesamte Quartier soll laut Projektgesellschaft bis 2033 stehen. Öffentlich geförderte Wohnungen sind bislang nicht Teil der Planung. Müller-Hagen zufolge könnten Magdeburger Wohnungsgenossenschaften allerdings einzelne Abschnitte übernehmen.

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Warum der Baustart nach dem Intel-Aus ein Signal ist

Investor Hüseyin Altaş erwarb das Grundstück 2022 – damals kurz nach der Ankündigung von Intel, in Magdeburg zwei Chipfabriken zu bauen. Diese Ansiedlung wurde inzwischen abgesagt. Altaş hält dennoch an seinem Vorhaben fest.

„Uns wurde oft gesagt, das Projekt sei riesig und riskant. Wir nehmen diese Risiken auf uns, weil wir an Magdeburg glauben“, sagte er. Damit setzt das Projekt ein Zeichen: Die Stadtentwicklung hängt nicht allein an einzelnen Großansiedlungen.

Oberbürgermeisterin Simone Borris zeigte sich beeindruckt. Sie habe „Gänsehaut“ bekommen, als ihr die Pläne vorgestellt worden seien, erklärte sie. Frühere Eigentümer hätten ambitionierte Vorhaben angekündigt – nun beginne die Umsetzung. Borris hofft, dass das Engagement weitere Investoren nach Magdeburg zieht.

Verkehrsanbindung als offene Baustelle

Ein Quartier dieser Größe braucht eine passende Anbindung. Genau hier gibt es noch Nachholbedarf. Die Straße Alt Salbke in Richtung Schönebeck ist über längere Abschnitte sanierungsbedürftig. Zudem wird laut Oberbürgermeisterin über eine Verlegung der nahen Straßenbahntrasse nachgedacht.

Beide Vorhaben dürften teuer und zeitaufwendig werden. Die Stadt setzt dabei auf Unterstützung des Bundes.

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