Der britische Sänger Ed Sheeran hat sich bei seinem ersten Konzert seit dem Tour-Rauswurf von US-Rapper Macklemore zum Nahost-Konflikt geäußert. „Was im Gazastreifen passiert, ist katastrophal und nicht zu rechtfertigen und unverhältnismäßig“, sagte Sheeran laut AFP bei einem Auftritt in Philadelphia.
Er beschrieb zudem den Hamas-Angriff auf Israel als „grausam“. Weiterhin äußerte er Trauer „angesichts des Ausmaßes der Zerstörung und des Verlustes des Lebens von Zivilisten und des Lebens von Kindern“ im Gazastreifen und sagte, die „systematische Ungerechtigkeit“ im Westjordanland dürfe „nicht ignoriert werden“. Laut AFP nannte er Israel nicht explizit.
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Sheeran räumt „Fehler“ ein
Macklemore war Anfang September bei zwei Konzerten von Sheeran im MetLife Stadium in New Jersey aufgetreten. Bei seinem ersten Auftritt am 4. September rief er unter anderem „Free Palestine“, wie die Nachrichtenagentur Reuters berichtete. Anschließend erklärte er dem Bericht zufolge auf Instagram, der Besitzer des Football-Teams New England Patriots und des Gillette Stadium, Robert Kraft, und andere Stadionbesitzer hätten Sheeran mitgeteilt, dass Macklemore nicht auftreten dürfe.
Sheeran hatte laut Reuters zuvor erklärt, dass die Entscheidung nicht von ihm getroffen worden sei. Mehrere weitere Vorbands verließen die Tour daraufhin aus Solidarität mit Macklemore. Der Sänger sagte laut BBC, er sei Kritik an seiner Musik gewöhnt. „Aber diese Woche ging es bei der Kritik um etwas viel Wichtigeres, und ich musste schwierige Entscheidungen treffen – und ich mache Fehler – und das tut mir so, so leid“, so Sheeran.
Konzert ohne Vorband
Am Dienstag hatte er laut AFP betont, er wolle „seinen Beruf nicht als politische Plattform nutzen“. Er habe seine eigene Meinung zu dem Konflikt. „Nur weil ich mich dafür entscheide, mich nicht öffentlich zu äußern, heißt das nicht, dass ich keine Meinung habe oder dass mich das Thema nicht betrifft“, fügte er demnach hinzu.
Auch die Debatte über die freie Meinungsäußerung von Künstlern sprach Sheeran nun an. Laut BBC sagte er, er sei „zutiefst besorgt“ darüber, dass Veranstaltungsorte die Inhalte oder Künstler „vorab genehmigen“ könnten. Das Konzert begann ohne Vorband; später traten laut AFP fünf Musiker gemeinsam mit ihm auf, die seine Lieder innerhalb von drei Tagen einstudiert hätten, weil nach Sheerans Angaben „niemand mit mir auf die Bühne gehen wollte“.
Vor dem Stadion versammelten sich laut AFP einige Dutzend pro-palästinensische Demonstranten. Das Konzert selbst verlief nach Angaben der BBC weitgehend ohne größere Störungen. (mit AFP)
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