Gewalt an Schulen

Nach Messerangriff an Spandauer Grundschule: Darum wird der Verdächtige nicht befragt

Ein 13-Jähriger soll Ende Mai einen Schüler mit einem Messer lebensgefährlich verletzt haben. Die Polizei versucht, die Hintergründe aufzuklären.

Eva Maria Braungart Team News dpa/Eva Maria Braungart
2 Min
An der Grundschule am Weinmeisterhorn in Spandau kam es Ende Mai zu einem Messerangriff.

An der Grundschule am Weinmeisterhorn in Spandau kam es Ende Mai zu einem Messerangriff.

© Jörg Carstensen/dpa

Knapp sechs Wochen nach einem Messerangriff an der Grundschule am Weinmeisterhorn in Berlin-Spandau sind die Hintergründe weiterhin unklar. Die zuständige Mordkommission konnte den mutmaßlichen Täter „aus medizinischen Gründen“ nicht befragen, wie ein Polizeisprecher auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur mitteilte.

Am 22. Mai soll der 13-jährige Verdächtige einen Mitschüler mit einem Messer lebensgefährlich verletzt haben. Opfer und Tatverdächtiger sollen dieselbe Klasse besucht haben. Anschließend flüchtete der 13-Jährige, am Tag darauf wurde er festgenommen. Er kam in eine Einrichtung der Kinder- und Jugendpsychiatrie.

Messerangriff an Grundschule: Verdächtiger ist noch nicht strafmündig

Das Ermittlungsverfahren wurde darum inzwischen an die Staatsanwaltschaft abgegeben, erklärte der Polizeisprecher. Die Staatsanwaltschaft ging am Tattag von einem versuchten Tötungsdelikt aus. Da der verdächtige 13-Jährige wegen seines jungen Alters nicht bestraft werden kann, wird der Fall voraussichtlich bald formell abgeschlossen. In Deutschland sind Kinder unter 14 Jahren nicht strafmündig.

Der Berliner Landesvorsitzende der Gewerkschaft der Polizei, Stephan Weh, erklärte zu dem Fall: „Es ist seit Jahren zu erkennen, dass die Auseinandersetzungen auf Schulhöfen auch mit dem Einsatz von Waffen mehr werden, der Einfluss von Social Media steigt, Kompromissfähigkeit sinkt, wir aber weder das Thema Medienkompetenz fest im Lehrplan verankert noch ein generelles Messerverbot in der Öffentlichkeit haben. Wir müssen uns dann auch mal fragen, was wir als Gesellschaft unseren Kindern eigentlich vorleben.“ Schon in den Jahren 2022 und 2023 hatte die Polizeipräsidentin Barbara Slowik Meisel gesagt, sie sei „persönlich besorgt“ von dem Anstieg von Taten, an denen Heranwachsende beteiligt sind.

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