Die Staatsanwaltschaft Potsdam ermittelt gegen einen 22-jährigen Rechtsextremisten wegen Volksverhetzung. Hintergrund sind Äußerungen, die der Mann in einer vom Norddeutschen Rundfunk (NDR) produzierten Dokumentation gemacht hat und die nach Einschätzung der Behörde den Holocaust verherrlichen. Eine Sprecherin der Staatsanwaltschaft teilte mit, die Aussagen seien geprüft und daraufhin ein Ermittlungsverfahren eingeleitet worden.
Verurteilung wegen geplanter Sprengstoffanschläge
Der heute 22-Jährige war 2023 in Potsdam wegen der Vorbereitung einer schweren staatsgefährdenden Gewalttat zu einer Jugendstrafe von drei Jahren und acht Monaten verurteilt worden. Nach Überzeugung des Gerichts hatte er Anschläge mit Sprengstoff geplant. Er selbst räumte ein, Sprengsätze getestet zu haben. Als Jugendlicher soll er zudem eine rechtsterroristische Chatgruppe gegründet haben. Im Februar dieses Jahres kam er aus dem Gefängnis frei. Laut der Sprecherin der Staatsanwaltschaft hat er die Freiheitsstrafe vollständig verbüßt.
Äußerungen in Online-Reportage
In der Dokumentation des Formats STRG_F sagte der Beschuldigte, seine früheren Anschlagspläne seien nationalsozialistisch motiviert gewesen. Für das in Potsdam geführte Interview trug er eine Maske, um nicht erkannt zu werden. Auf eine Frage antwortete er: „Ich möchte, dass wir endlich wieder ein arisches Land sind.“
STRG_F ist ein Online-Reportageformat des NDR für das Jugendnetzwerk Funk von ARD und ZDF. Die Beiträge werden vor allem über die Plattform YouTube verbreitet. (mit dpa)
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