Saudi-Arabien versucht offenbar, die Folgen der beschädigten Ost-West-Pipeline für seine Ölexporte abzufedern. Der staatliche Ölkonzern Saudi Aramco bietet asiatischen Abnehmern mehr Rohölladungen zur Verladung vor dem omanischen Hafen Sohar an, berichtet Reuters unter Berufung auf mit der Angelegenheit vertraute Personen.
Das Öl wurde demnach Abnehmern aus Asien mit Langzeitverträgen angeboten und soll vor Sohar von einem Schiff auf ein anderes umgeladen werden. Die Angebote deuten dem Bericht zufolge darauf hin, dass Saudi Aramco mehr Rohöl aus dem Golf heraus transportiert. Der Hafen liegt außerhalb der Straße von Hormus. Saudi Aramco lehnte eine Stellungnahme gegenüber Reuters ab.
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Angriffe auf Pipeline
Die Angebote kommen nach Angriffen auf die Ost-West-Pipeline vor einigen Tagen. Über die rund 1200 Kilometer lange Leitung kann Saudi-Arabien Öl von den Fördergebieten im Osten des Landes zum Hafen Yanbu am Roten Meer transportieren. Dadurch können Lieferungen grundsätzlich an der Straße von Hormus vorbei ausgeführt werden.
Nach den Angriffen wurde die Pipeline jedoch abgeschaltet, Verladungen in Yanbu wurden laut Reuters ausgesetzt. Ein asiatischer Abnehmer erhielt demnach von Saudi Aramco die Mitteilung, dass für September geplante Lieferungen aus Yanbu verschoben werden. Auch europäische Kunden wurden dem Bericht zufolge über die Streichung einiger für September vorgesehener Ladungen informiert.
Gleichzeitig hat Saudi-Arabien offenbar die Verladungen an den Terminals Ras Tanura und Juaymah innerhalb des Persischen Golfs erhöht. Nach Satellitendaten des Beratungsunternehmens Energy Aspects verdoppelten sich die täglichen Rohölverladungen dort in der vergangenen Woche auf rund vier Millionen Barrel, wie Reuters berichtet. Der Datendienst Kpler registrierte am Mittwoch vier sehr große Tanker in Ras Tanura, die zusammen bis zu acht Millionen Barrel aufnehmen können.
Bericht: Öltransporte unter Schutz von US-Militär
Nach Angaben des Wall Street Journals nutzen auch die Vereinigten Arabischen Emirate inzwischen einen sogenannten Shuttle-Verkehr, um Öl durch die Straße von Hormus zu bringen. Tanker transportieren dabei Rohöl durch die Meerenge und laden es anschließend im Golf von Oman auf ein anderes Schiff um.
Das Wall Street Journal berichtete unter Berufung auf Branchen- und Handelskreise, dass solche Transporte auch unter dem Schutz des US-Militärs stattfinden. Die Transponder der Schiffe würden dabei teils abgeschaltet, was die genaue Erfassung der transportierten Mengen erschwere.
Nach Angaben von Reuters hat Saudi-Arabien noch nicht öffentlich bestätigt, wann die Pipeline wieder in Betrieb gehen kann. Satellitenbilder deuteten laut CNBC auf erhebliche Schäden an einer Pumpstation der Pipeline hin. US-Energieminister Chris Wright sagte dem Sender am Dienstag jedoch: „Dies wird eine kurze und vorübergehende Unterbrechung sein. Sie wird in Tagen gemessen werden.“
Reuters berichtete am Donnerstag, dass die Ölpreise vor dem Hintergrund nachlassender Sorgen über größere Lieferausfälle erneut gefallen seien. Brent-Rohöl kostete am Donnerstagvormittag zeitweise rund 104 Dollar je Barrel, nachdem der Preis bereits am Vortag um etwa drei Dollar gesunken war.
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