Die US-Gesandten Steve Witkoff und Jared Kushner sind am Sonntag zu Gesprächen über ein Ende des Ukraine-Kriegs in Kiew eingetroffen. Sie kamen per Zug aus Polen in die ukrainische Hauptstadt, wie ein Fotograf der Nachrichtenagentur AFP berichtete. Es ist ihr erster Besuch in Kiew seit Beginn des russischen Angriffskriegs im Februar 2022.
Am Bahnhof wurden die Vertreter von US-Präsident Donald Trump nach Angaben des Kyiv Independent unter anderem von Präsidialamtschef Kyrylo Budanow, Fraktionschef David Arachamija und Geheimdienstchef Rustem Umjerow empfangen. Witkoff und Kushner wollen im Laufe des Tages mit dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj beraten.
Selenskyj erklärte vor dem Treffen, die Ukraine sei zu konstruktiven Gesprächen bereit. „Wir wollen das Ende des Krieges näher bringen“, schrieb er auf X. Er forderte Sicherheitsgarantien und einen „würdigen Frieden“ nach Kriegsende. Die ukrainischen Vorschläge lägen vor. An den Beratungen sollen laut Kyiv Independent auch Sicherheitsberater aus Deutschland, Frankreich und Großbritannien teilnehmen.
Gespräche mit Putin ohne erkennbaren Durchbruch
Witkoff und Kushner hatten am Samstag mehr als drei Stunden lang mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin im Kreml gesprochen. Die Amerikaner hätten mehrere Vorschläge für mögliche Wege zu einer Beilegung des Kriegs vorgelegt, erklärte Putins außenpolitischer Berater Juri Uschakow in einer Stellungnahme des Kremls. Einzelheiten wurden nicht genannt.
Ein Vertreter des Weißen Hauses teilte mit, beide Seiten hätten „substantielle Pläne für die nächsten Schritte“ erörtert. Diese sollten in den kommenden Wochen bekanntgegeben werden. Putin signalisierte jedoch kein Abrücken von seinen Kriegszielen. Russland sei weiterhin zuversichtlich, seine militärischen Ziele zu erreichen, erklärte Uschakow.
Trump hatte die Reise als neuen Versuch angekündigt, die festgefahrenen Verhandlungen wiederzubeleben. Witkoff und Kushner hätten einen Vorschlag „zur Beendigung des Kriegs“ dabei, sagte der US-Präsident am Freitag.
Angriffspause gilt nur für die Hauptstädte
Russland und die Ukraine vereinbarten für den Besuch eine dreitägige Aussetzung ihrer Luftangriffe auf die jeweils andere Hauptstadt. Eine umfassende Waffenruhe an der Front oder in anderen Landesteilen gilt jedoch nicht.
Russland setzte seine Angriffe auf andere ukrainische Regionen in der Nacht zum Sonntag fort. Nach Angaben der ukrainischen Luftwaffe wurden 108 Drohnen eingesetzt. In der Stadt Kiew wurden keine Einschläge gemeldet, in der umliegenden Region geriet jedoch eine Infrastrukturanlage nach einem Angriff in Brand. Mindestens drei Menschen wurden nach ukrainischen Angaben landesweit getötet.
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