Ukraine-Krieg

Nach Selenskyjs Warnung an Airlines: China drängt Ukraine und Russland zu Verhandlungen

Putin wertet die Warnung des ukrainischen Präsidenten als „Staatsterrorismus“. Ob chinesische Airlines ihre Routen ändern sollen, lässt Peking offen.

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Chinas Außenamtssprecher Guo Jiakun bei einer Pressekonferenz in Peking (Archivbild)

Chinas Außenamtssprecher Guo Jiakun bei einer Pressekonferenz in Peking (Archivbild)

© imago

China hat nach dem scharfen Wortwechsel zwischen dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj und Russlands Präsidenten Wladimir Putin zu Verhandlungen aufgerufen. „Dialog und Verhandlungen sind der einzige gangbare Ausweg aus der Ukraine-Krise“, sagte der Sprecher des chinesischen Außenministeriums, Guo Jiakun, am Mittwoch in Peking.

China fordere alle Seiten auf, Ruhe und Zurückhaltung zu bewahren, gemeinsam auf eine rasche Entspannung hinzuarbeiten und Bedingungen für eine politische Lösung zu schaffen, erklärte Guo laut dem offiziellen Protokoll des Außenministeriums.

Selenskyj: Russischer Luftraum wird vollständig unsicher

Auslöser war eine Warnung Selenskyjs an internationale Fluggesellschaften und Versicherer. „Heute wollen wir jede Fluggesellschaft, die den russischen Luftraum nutzt, jeden Versicherer und alle, die noch immer die wichtigsten russischen Flughäfen nutzen, warnen: Der russische Luftraum wird vollständig unsicher“, sagte Selenskyj am Dienstag in seiner abendlichen Videoansprache.

Die Ukraine bedrohe „kein einziges ziviles Flugzeug“, betonte der Präsident. Es werde jedoch ukrainische Drohnen im russischen Luftraum geben, was die Fluggesellschaften berücksichtigen müssten. Der von Russland begonnene Krieg führe dazu, dass sich der russische Luftraum faktisch schließe, sagte Selenskyj.

Putin spricht von „Staatsterrorismus“

Putin wertete die Äußerungen als Drohung gegen die zivile Luftfahrt. Er habe Selenskyjs Aussage nicht selbst gehört, sagte der russische Präsident nach dem Gipfeltreffen der Shanghaier Organisation für Zusammenarbeit in Bischkek. Sollte sie tatsächlich so gefallen sein, sei das eine „Ansage von Staatsterrorismus“.

„Sie bitten uns um die Wiederaufnahme von Verhandlungen und um persönliche Treffen. Mit Terroristen wird nicht verhandelt“, sagte Putin nach Berichten russischer Medien. Sollte es zu entsprechenden „Tragödien“ kommen, werde Russland eine Antwort finden.

Peking beantwortet Frage nach chinesischen Airlines nicht

Guo Jiakun äußerte sich auf die Frage eines Journalisten der ukrainischen Nachrichtenagentur Ukrinform. Dieser wollte wissen, ob China die ukrainische Warnung erhalten habe und welche Maßnahmen Peking zum Schutz chinesischer Fluggesellschaften ergreifen werde.

Der Sprecher beantwortete diese beiden Fragen nicht konkret. Er sagte weder, ob eine offizielle Warnung aus Kiew eingegangen sei, noch ob chinesische Airlines ihre Routen ändern sollen. Stattdessen verwies er auf die chinesische Forderung nach Zurückhaltung und Verhandlungen.

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Viele westliche Fluggesellschaften nutzen den russischen Luftraum seit Beginn des Ukraine-Krieges nicht mehr. Airlines aus China, der Türkei und mehreren Golfstaaten fliegen nach Angaben von Reuters dagegen weiterhin über Russland. Auf bestimmten Verbindungen nach Europa sparen sie dadurch Zeit und Treibstoff.

Drohnenangriffe legen russische Flughäfen zeitweise lahm

Ukrainische Drohnenangriffe führen inzwischen regelmäßig zu vorübergehenden Sperrungen russischer Flughäfen. Kiew greift nach eigenen Angaben militärische Einrichtungen sowie Öl- und Gasanlagen an, die für die russische Kriegsführung von Bedeutung seien.

Die auf Risiken für den Flugverkehr spezialisierte Beratungsfirma Osprey Flight Solutions rechnet laut Reuters bis zum Ende des Jahres mit weiteren ukrainischen Drohnenangriffen tief im russischen Staatsgebiet, besonders im Raum Moskau und St. Petersburg. Als Gefahr für zivile Flugzeuge gelten neben den Drohnen auch mögliche Fehlentscheidungen der russischen Luftabwehr.

Der ukrainische Luftraum ist bereits seit Beginn der russischen Invasion im Februar 2022 für den regulären zivilen Flugverkehr geschlossen.

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