Nach der verheerenden Sturzflut im Grenzgebiet zwischen Nepal und China ist die Gefahr weiterer Überschwemmungen gestiegen. Ein durch Geröll und Schlamm aufgestauter See auf der tibetischen Seite beginnt überzulaufen, teilten chinesische Behörden laut Reuters mit. Der Rettungseinsatz in dem betroffenen Gebiet wurde vorübergehend ausgesetzt. Die Rettungsteams wurden laut AFP ngewiesen, sich rund einen Kilometer von der Gefahrenzone zurückzuziehen und auf weitere Anweisungen zu warten.
Auch die nepalesischen Behörden warnten vor weiteren Überschwemmungen. Die nepalesische Armee entsandte nach Angaben der Nachrichtenagentur AP ein Team, um die Lage am Fluss Bhotekoshi nahe der Grenze zu China zu überprüfen.
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Zahl der Todesopfer steigt
Unterdessen steigt die Zahl der Todesopfer. Die nepalesische Polizei meldete am Freitag nach Angaben von AP mindestens 469 Tote. In Tibet wurden laut staatlichen chinesischen Medien bislang drei Todesopfer bestätigt. Insgesamt werden auf beiden Seiten der Grenze weiterhin mehr als 1500 Menschen vermisst, wobei die Angaben zu den Vermisstenzahlen zwischen den Quellen variieren. Reuters berichtet von knapp 1000 weiterhin Vermissten.
In Nepal laufen die Such- und Rettungsarbeiten unter schwierigen Bedingungen weiter. Nach Angaben der nepalesischen Katastrophenschutzbehörde wurden 3253 Menschen mit Hubschraubern aus dem Katastrophengebiet ausgeflogen, wie AP berichtet. Unter den Vermissten sind demnach auch zahlreiche Ausländer.
Nepal lehnt Hilfe aus dem Ausland ab
Besonders schwierig gestaltet sich die Suche nach Menschen, die in einem Tunnel einer Baustelle am Fluss Trishuli eingeschlossen sein sollen. Die nepalesische Armee versuchte nach Angaben von AP und AFP, etwa 100 Menschen zu erreichen. Der Zugang zu dem Tunnel sei durch Schlamm und Geröll blockiert.
Nepal will die Such- und Rettungsmaßnahmen unterdessen ohne ausländische Einsatzteams durchführen. Das Außenministerium erklärte am Freitag, die eigenen Sicherheitskräfte seien mit den Arbeiten betraut und benötigten derzeit keine Unterstützung aus dem Ausland, wie Reuters berichtet. Mehrere Staaten hatten Nepal demnach Hilfe angeboten. Das südkoreanische Außenministerium erklärte, weiter mit Nepal über den möglichen Einsatz eigener Rettungskräfte zu verhandeln.
Die Sturzflut hatte am Mittwoch im Himalaya-Grenzgebiet schwere Verwüstungen angerichtet. Wassermassen, Schlamm und Geröll rissen Gebäude, Brücken und Fahrzeuge mit. Als mögliche Ursache wird ein Gletscherabbruch genannt. Von AP zitierte Wissenschaftler vermuten, dass ein Abbruch von Gestein unterhalb des Gletschers gemeinsam mit Schmelzwasser die Wassermassen anschwellen ließ.
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