Asien

Verheerende Sturzflut: Mehr als 1300 Vermisste in Nepal und Tibet – mindestens acht Deutsche

Nach einer gewaltigen Sturzflut in Nepal und Tibet suchen Rettungskräfte nach Vermissten. Mindestens 165 Menschen starben, mehr als 1300 gelten als vermisst, darunter zahlreiche Touristen.

3 Min
Ein Fahrzeug ist nach den Sturzfluten in Devighat im Bezirk Nuwakot in Nepal zu sehen.

Ein Fahrzeug ist nach den Sturzfluten in Devighat im Bezirk Nuwakot in Nepal zu sehen.

© Niranjan Shrestha/AP

Nach schweren Überschwemmungen im Grenzgebiet zwischen Nepal und China sind mindestens 165 Menschen ums Leben gekommen. Zudem werden mehr als 1000 Menschen vermisst. Die Fluten wurden vermutlich durch den Abbruch eines Gletscherteils ausgelöst. Das berichten die Nachrichtenagenturen Reuters und AP.

In Nepal wurden laut AP nach Angaben der Polizei mindestens 162 Tote registriert. In der chinesischen Region Tibet kamen nach Angaben des staatlichen Senders CCTV drei Menschen ums Leben. Dort werden zudem 558 Menschen vermisst, darunter 260 Ausländer, wie Reuters unter Berufung auf den Sender berichtete.

Nepal: Zahlreiche Menschen vermisst

In Nepal galten zuletzt 826 Menschen als vermisst, darunter fast 600 Ausländer, berichtet Reuters. Unter den Vermissten befinden sich demnach 177 Menschen aus Indien, 63 aus den USA, 34 aus Australien, 33 aus Großbritannien und 25 aus Kanada. Viele Betroffene waren offenbar auf dem Weg zum Pilgerziel Kailash Mansarovar in Tibet.

Die Tourismusbehörde des Landes erklärte nach Angaben der Nachrichtenagentur AFP, unter den Vermissten seien auch mindestens acht Deutsche.

Was war die Ursache der Überschwemmungen?

Wassermassen, Schlamm und Geröll rissen laut Reuters Häuser, Fahrzeuge und Infrastruktur mit sich. Nach Angaben nepalesischer Behörden wurden mindestens 19 Brücken und knapp 40 Kilometer Straßen zerstört, wie AP berichtete.

Mehr als 5000 Soldaten und Polizisten beteiligen sich laut Reuters an den Rettungsarbeiten. In besonders schwer zugänglichen Gebieten werden Hubschrauber eingesetzt, um Überlebende zu suchen und abgeschnittene Orte mit Hilfsgütern zu versorgen.

Zunächst war ein Erdbeben als mögliche Ursache des Unglücks vermutet worden. Der US Geological Survey (USGS) korrigierte diese Einschätzung laut Reuters später. Bei den registrierten seismischen Signalen habe es sich demnach um die durch den Abbruch von Eis und Gestein an einem Gletscher freigesetzte Energie gehandelt. Der Abbruch löste demnach einen Geröllstrom und die Flut aus.

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Internationale Hilfe

Die internationale Hilfe läuft an. Nach Angaben von Reuters stellt die US-Regierung 500.000 Dollar für die Katastrophenhilfe bereit. Auch die Vereinten Nationen entsenden demnach Personal und Hilfsgüter. Indien schickte ebenfalls Hilfsgüter nach Nepal.

Die betroffene Region war bereits im vergangenen Jahr von schweren Überschwemmungen betroffen. Damals war ein Gletschersee auf der tibetischen Seite übergelaufen; neun Menschen starben und wichtige Infrastruktur zwischen Nepal und China wurde beschädigt, wie AP berichtete.

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