Mehrere Mitglieder des Fifa-Rats haben verlangt, den Friedenspreis des Weltfußballverbands abzuschaffen oder grundlegend zu reformieren. Das berichtete die britische Tageszeitung Guardian am Freitag nach der Ratssitzung vom Vortag in Zürich.
Einige Mitglieder sprachen sich demnach dafür aus, die Auszeichnung künftig nicht mehr an Politiker zu vergeben. Hintergrund ist die erstmalige Verleihung des Preises an US-Präsident Donald Trump während der Auslosung zur Männer-Weltmeisterschaft im Dezember 2025 in Washington.
Entscheidung im Dezember in Doha
Die Fifa teilte mit, ihr Komitee für soziale Verantwortung sei mit einer Prüfung des Friedenspreises beauftragt worden. Eine Entscheidung solle bei der nächsten Ratssitzung am 16. Dezember in der katarischen Hauptstadt Doha fallen.
„Ich habe es verdient“: US-Präsident Trump erhält Fifa-„Friedenspreis“
Nach der WM: Trump plant offenbar Fifa-Chef Gianni Infantino als nächsten UN-Generalsekretär
Als wahrscheinlichste Lösung gilt dem Guardian zufolge, den Preis künftig an eine Persönlichkeit aus der Welt des Fußballs zu vergeben, die sich um sozialen Zusammenhalt verdient gemacht hat. Eine erneute Vergabe an Politiker soll dann ausgeschlossen sein. Trump wäre damit der einzige Staatsmann, der die Auszeichnung je erhalten hat.
Beschwerde aus Norwegen
Der norwegische Fußballverband hatte bereits Anfang Oktober formelle Beschwerden bei der Ethikkommission sowie beim Governance- und Compliance-Ausschuss der Fifa eingereicht. Verbandspräsidentin Lise Klaveness erklärte, es müsse unabhängig geklärt werden, ob Schaffung und Vergabe des Preises mit der Pflicht der Fifa zu politischer Neutralität vereinbar waren und ob der Rat hätte einbezogen werden müssen. Artikel 4 Absatz 2 der Fifa-Statuten verpflichtet den Verband zu politischer und religiöser Neutralität.
Laut Guardian wurde das Auswahlverfahren für Trump nie offengelegt. Mehrere Ratsmitglieder äußerten die Sorge, der US-Präsident könne verstimmt reagieren, falls ihm ein künftiger Preisträger missfalle.
Ihre Meinung ist uns wichtig. Senden Sie uns Ihr Feedback zu diesem Artikel an: [email protected]