Weltfußballverband

Trump als erster und einziger? Fifa-Rat prüft Abschaffung des Friedenspreises

Nach der Vergabe an US-Präsident Donald Trump dringen Ratsmitglieder auf grundlegende Änderungen. Die Auszeichnung soll nicht mehr an Politiker gehen – oder ganz wegfallen.

Peter Steiniger
Peter Steiniger
2 Min
US-Präsident Donald Trump hängt sich bei der Verleihung des Fifa-Friedenspreises selbst die Medaille um, während Fifa-Präsident Gianni Infantino zusieht.

US-Präsident Donald Trump hängt sich bei der Verleihung des Fifa-Friedenspreises selbst die Medaille um, während Fifa-Präsident Gianni Infantino zusieht.

© Marc Schueler/imago

Mehrere Mitglieder des Fifa-Rats haben verlangt, den Friedenspreis des Weltfußballverbands abzuschaffen oder grundlegend zu reformieren. Das berichtete die britische Tageszeitung Guardian am Freitag nach der Ratssitzung vom Vortag in Zürich.

Einige Mitglieder sprachen sich demnach dafür aus, die Auszeichnung künftig nicht mehr an Politiker zu vergeben. Hintergrund ist die erstmalige Verleihung des Preises an US-Präsident Donald Trump während der Auslosung zur Männer-Weltmeisterschaft im Dezember 2025 in Washington.

Entscheidung im Dezember in Doha

Die Fifa teilte mit, ihr Komitee für soziale Verantwortung sei mit einer Prüfung des Friedenspreises beauftragt worden. Eine Entscheidung solle bei der nächsten Ratssitzung am 16. Dezember in der katarischen Hauptstadt Doha fallen.

Als wahrscheinlichste Lösung gilt dem Guardian zufolge, den Preis künftig an eine Persönlichkeit aus der Welt des Fußballs zu vergeben, die sich um sozialen Zusammenhalt verdient gemacht hat. Eine erneute Vergabe an Politiker soll dann ausgeschlossen sein. Trump wäre damit der einzige Staatsmann, der die Auszeichnung je erhalten hat.

Beschwerde aus Norwegen

Der norwegische Fußballverband hatte bereits Anfang Oktober formelle Beschwerden bei der Ethikkommission sowie beim Governance- und Compliance-Ausschuss der Fifa eingereicht. Verbandspräsidentin Lise Klaveness erklärte, es müsse unabhängig geklärt werden, ob Schaffung und Vergabe des Preises mit der Pflicht der Fifa zu politischer Neutralität vereinbar waren und ob der Rat hätte einbezogen werden müssen. Artikel 4 Absatz 2 der Fifa-Statuten verpflichtet den Verband zu politischer und religiöser Neutralität.

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Laut Guardian wurde das Auswahlverfahren für Trump nie offengelegt. Mehrere Ratsmitglieder äußerten die Sorge, der US-Präsident könne verstimmt reagieren, falls ihm ein künftiger Preisträger missfalle.

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