USA

Nach Trump-Niederlage im Streit um seinen Namen: Kennedy-Center wird sofort geschlossen

Das berühmte Kulturzentrum in Washington stellt seinen Betrieb ein. Präsident Trump macht die geplante Sanierung vom Ausgang eines Rechtsstreits über seinen Namen abhängig.

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Das John F. Kennedy Center for the Performing Arts in Washington D.C.

Das John F. Kennedy Center for the Performing Arts in Washington D.C.

© Mandel Ngan/AFP

Das Kennedy Center in Washington wird mit sofortiger Wirkung geschlossen. Der Verwaltungsrat habe dem Schritt wegen Sicherheitsbedenken und zur Vorbereitung einer umfassenden Sanierung „fast einstimmig“ zugestimmt, erklärte US-Präsident Donald Trump am Dienstag in seinem Onlinedienst Truth Social.

Die eigentlichen Bauarbeiten sollen Trump zufolge jedoch erst beginnen, wenn ein Bundesberufungsgericht über den Streit um seinen Namen entschieden habe. Falle das Urteil gegen den Verwaltungsrat aus und werde es nicht vom Obersten Gerichtshof aufgehoben, werde die Sanierung nicht stattfinden, kündigte Trump an.

Gericht verbietet Umbenennung

Unmittelbar zuvor hatte Bundesrichter Christopher Cooper dem Verwaltungsrat erneut untersagt, Trumps Namen am Gebäude oder auf dem Gelände anzubringen. Nach dem Urteil darf nur der Kongress die gesetzlich festgelegte Bezeichnung „John F. Kennedy Center for the Performing Arts“ ändern. Das Justizministerium wolle eine beschleunigte Berufung beantragen.

Der überwiegend mit Trump-Vertrauten besetzte Verwaltungsrat hatte beschlossen, den derzeitigen Präsidenten mit einem Namenszug an der Fassade zu ehren und einen Platz nach ihm zu benennen. Die demokratische Abgeordnete und Verwaltungsrätin Joyce Beatty ging dagegen vor Gericht. Sie argumentiert, der Kongress habe das ursprünglich als National Cultural Center gegründete Haus im Jahr 1964 zum lebenden Denkmal für den im Jahr 1963 ermordeten Präsidenten John F. Kennedy erklärt.

Sicherheitslage umstritten

Das Kennedy Center verweist auf dringenden Reparaturbedarf. Unter anderem war Anfang September ein Teil einer Decke eingestürzt. Der Kongress hatte nach Angaben des Kennedy Centers 257 Millionen Dollar für die Sanierung bewilligt. Das Wall Street Journal bezifferte das inzwischen geplante Renovierungsprojekt unter Berufung auf Gerichtsunterlagen auf 285 Millionen Dollar.

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Kritiker bezweifeln allerdings, dass der Zustand des Gebäudes eine vollständige sofortige Schließung rechtfertigt. Beattys Anwälte halten der Leitung entgegen, die hinzugezogenen Sicherheitsberater hätten deren dramatische Darstellung des Gebäudezustands nicht gestützt, wie der Guardian unter Berufung auf Gerichtsunterlagen berichtete.

Wann das Kulturzentrum wieder öffnen könnte, blieb zunächst offen.

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