Iran-Verhandlungen

Nach Trumps Absage von „geplantem Militärschlag“ und Aussicht auf Atom-Deal: Ölpreis gibt nach

Nach Vermittlung aus den Golfstaaten verschiebt Trump einen angeblich geplanten Angriff auf den Iran. Ein Deal, der das Atomprogramm umfasse, sei in Sicht. So reagieren die Märkte.

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US-Präsident Donald Trump soll noch eigenen Angaben am Dienstag einen Militärschlag gegen den Iran geplant haben.

US-Präsident Donald Trump soll noch eigenen Angaben am Dienstag einen Militärschlag gegen den Iran geplant haben.

© Kent Nishimura/AFP

US-Präsident Donald Trump hat einen nach seinen Angaben für Dienstag geplanten Militärschlag gegen den Iran kurzfristig abgesagt und damit für ein Sinken der Ölpreise gesorgt. Trump erklärte am Montag (Ortszeit) auf seiner Plattform Truth Social, er habe das US-Militär angewiesen, den „geplanten Angriff auf Iran morgen“ nicht auszuführen. Zur Begründung verwies er auf Bitten der Staatschefs mehrerer Golfstaaten.

De katarische Emir Tamim bin Hamad Al Thani, der saudischen Kronprinzen Mohammed bin Salman sowie der Präsident der Vereinigten Arabischen Emirate, Mohammed bin Zayed Al Nahyan hätten ihm versichert, dass derzeit „ernsthafte Verhandlungen“ liefen und eine Einigung bevorstehe, die ein iranisches Atomwaffenprogramm ausschließe.

Vor Reportern im Weißen Haus sagte Trump laut Reuters, es bestehe eine „sehr gute Chance“ auf eine Vereinbarung. „Wenn wir das hinbekommen, ohne sie in Grund und Boden zu bombardieren, wäre ich sehr glücklich.“ Zugleich wies er Verteidigungsminister Pete Hegseth und Generalstabschef Dan Caine an, sich bereitzuhalten, „jederzeit einen umfassenden, groß angelegten Angriff auf den Iran“ durchzuführen, falls keine akzeptable Einigung erzielt werde.

Iran bestätigt Vermittlung über Pakistan

Der Sprecher des iranischen Außenministeriums, Esmaeil Baghaei, bestätigte laut Reuters derweil, dass Teherans jüngste Positionen „über Pakistan an die amerikanische Seite übermittelt“ worden seien.

Eine pakistanische Quelle erklärte gegenüber Reuters, die Verhandlungen verliefen schwierig: Beide Seiten würden „ständig die Vorgaben ändern“. Das iranische Oberkommando Khatam al-Anbiya erklärte laut der Agentur Tasnim, die Streitkräfte seien „bereit, den Abzug zu betätigen“ sollte es zu einem erneuten US-Angriff kommen.

Ölpreis sinkt, bleibt aber hoch

An den Märkten reagierte der Ölpreis nach Trumps Ankündigung mit einem Rückgang. Brent-Rohöl fiel laut dem Finanzdienst Bloomberg am Dienstag um rund zwei Prozent auf etwa 110 Dollar je Barrel. Seit Jahresbeginn liegt der Preis damit jedoch weiter rund 80 Prozent im Plus, da die Straße von Hormus faktisch geschlossen bleibt.

Die Aktienmärkte gaben derweil den dritten Tag in Folge nach. Der MSCI All Country World Index verlor 0,1 Prozent, asiatische Aktien sanken um 0,7 Prozent. Die Rendite zehnjähriger US-Staatsanleihen stieg auf den höchsten Stand seit 2023. „In diesem Umfeld aus hohen Ölpreisen und steigenden Renditen beginnt die Risikobereitschaft auszutrocknen“, sagte Tim Waterer, Chefanalyst bei KCM Trade, laut Bloomberg.

Eine brüchige Waffenruhe zwischen den USA, Israel und Iran ist nach sechs Wochen Krieg weiter in Kraft, wird aber wiederholt durch Gefechte gestört. Zuvor hatte es Spekulationen gegeben, ob der Krieg wieder neu ausbrechen könnte. Trump soll am Dienstag mit seinem Sicherheitsteam zusammenkommen, um über die Lage im Nahen Osten zu beraten.

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