Nach Vertragsabschluss mit der NPD folgen die Absagen

In Mariendorf will keiner mehr feiern

Marlies Emmerich
2 Min

Der schon im Frühsommer abgeschlossene, dann aber nicht mehr realisierte Mietvertrag für den Bundesparteitag der NPD Mitte November bringt die Betreiber des Festzentrums auf der Trabrennbahn Mariendorf in Schwierigkeiten: Es hagelt Absagen. Bezirksämter und auch die Berliner Stadtreinigung (BSR) wollen dort keine Veranstaltungen mehr buchen."Mit der NPD Verträge abzuschließen, geht einfach nicht", bestätigte BSR-Sprecher Bernd Müller. Deshalb habe die Stadtreinigung das bereits gebuchte, alljährliche Pensionstreffen im Festzentrum storniert und schnell nach einer Alternative gesucht. Gefeiert werde stattdessen am 11. Dezember im Hotel Estrel. Auch Bezirksbürgermeister Ekkehard Band (SPD) aus Tempelhof-Schöneberg hat angekündigt, keine Räume mehr im Trabrennbahn-Zentrum anzumieten. Seine Amtskollegin Monika Thiemen (SPD) aus Charlottenburg-Wilmersdorf bestätigte, dass ihr Bezirk das Unternehmen, das auch Catering anbietet, in keinem Fall mehr buchen werde.Die Dienstleistungsgewerkschaft Verdi hatte die Lawine ins Rollen gebracht, als sie ihren für den 25. November im Festzentrum geplanten Jahresball mit Verweis auf den NPD-Vertrag aufkündigte und der Festzentrumsleitung politische Instinktlosigkeit vorwarf. Kurzfristig hatte die NPD per Gerichtsbeschluss dann das bezirkseigene Fontane-Haus in Reinickendorf als Veranstaltungsort durchgesetzt. Laut Verdi verlangt das Festzentrum von der Gewerkschaft Schadensersatz. Verdi feiert inzwischen in den Tegeler Seeterrassen. (mm.)

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