Sicherheit

Nahost vor neuer Eskalation? USA bereiten Abzug von Botschaftspersonal am Golf vor

Alle amerikanischen Botschaftsmitarbeiter sollen offenbar Saudi-Arabien und weitere Länder verlassen. Hintergrund ist die Sorge vor neuen Kämpfen.

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Blick auf die saudische Hauptstadt Riad. Nach AFP-Angaben sollen sämtliche amerikanischen Botschaftsmitarbeiter und ihre Familien Saudi-Arabien verlassen.

Blick auf die saudische Hauptstadt Riad. Nach AFP-Angaben sollen sämtliche amerikanischen Botschaftsmitarbeiter und ihre Familien Saudi-Arabien verlassen.

© Bernd von Jutrczenka/dpa

Die USA haben nach Angaben der Nachrichtenagentur AFP die Ausreise sämtlicher amerikanischer Botschaftsmitarbeiter und ihrer Familien aus Saudi-Arabien angeordnet. Wie die Nachrichtenagentur unter Berufung auf eine diplomatische Quelle am Mittwoch berichtete, sollen auch die Angehörigen des Botschaftspersonals in den Vereinigten Arabischen Emiraten, Jordanien, Katar und Bahrain ausreisen.

Zuvor hatte Reuters unter Berufung auf drei US-Regierungsvertreter über entsprechende Vorbereitungen berichtet. Zwei von ihnen nannten die Sorge vor einer Wiederaufnahme von Kampfhandlungen, insbesondere mit den Huthi im Jemen, als Grund. Eine öffentliche Bestätigung des US-Außenministeriums lag zunächst nicht vor.

In Saudi-Arabien könnte der Schritt nach Angaben zweier Regierungsvertreter gegenüber Reuters bis zur Ausreise sämtlicher Mitarbeiter und ihrer Familien reichen. Welche weiteren Vertretungen betroffen wären und wie viele Menschen ausreisen müssten war zunächst offen.

Was ein angeordneter Abzug bedeutet

Eine solche Anordnung geht über die Erlaubnis hinaus, einen Dienstort freiwillig zu verlassen. Nach den Regeln des US-Außenministeriums ist eine „ordered departure“ für die jeweils erfassten Mitarbeiter und Angehörigen verpflichtend. Sie kann bestimmte Personengruppen betreffen und bedeutet deshalb nicht automatisch die Schließung einer Botschaft.

Der Schritt würde zunächst dem Schutz des Personals dienen. Aus den Vorbereitungen allein lässt sich nicht ableiten, dass Washington bereits einen neuen Militärangriff beschlossen hat. Die von Reuters befragten Regierungsvertreter verwiesen auf die Gefahr weiterer Kämpfe. Ob die USA dabei selbst eingreifen würden oder es sich etwa um einen israelischen Angriff handeln könnte, blieb offen.

Die Reisehinweise der US-Regierung für Saudi-Arabien warnen bereits vor Raketen- und Drohnenangriffen auf Flughäfen, Energieanlagen, Militärstützpunkte und diplomatische Einrichtungen. Auch herabfallende Trümmer abgefangener Flugkörper stellen demnach eine Gefahr dar.

Flughäfen und Energieanlagen unter Druck

Die US-Botschaft in Riad veröffentlichte am Mittwoch eine weitere Sicherheitswarnung wegen möglicher Huthi-Angriffe. Vorausgegangen waren tödliche Angriffe auf Saudi-Arabien, darunter auf den internationalen Flughafen der Hauptstadt. Die wiederholten Attacken erschweren damit auch die Planung einer möglichen Ausreise.

Die Gefahr lässt sich nach Einschätzung des saudischen Analysten Ali Shihabi nur schwer vollständig abwehren. Das große Land verfüge nicht über genügend Flugabwehrsysteme und Abfangraketen, um sämtliche Flughäfen, Pipelines und Ölanlagen gleichzeitig zu schützen, sagte der regierungsnahe Experte in einem Reuters-Hintergrundbericht.

Erst im Sommer kehrten Diplomaten zurück

Die neuen Abzugspläne würden eine erst kürzlich begonnene Rückkehr von US-Personal teilweise umkehren. Im August hatte Washington begonnen, Mitarbeiter an zuvor geräumte oder verkleinerte Vertretungen im Nahen Osten zurückzuschicken. Auch Familienangehörige sollten wieder nach Riad kommen dürfen.

Nach Beginn der amerikanisch-israelischen Angriffe auf Iran Ende Februar hatten die USA Personal aus mehreren Ländern abgezogen. Einige diplomatische Einrichtungen gerieten selbst unter Beschuss.

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Zugleich ringen Saudi-Arabiens Partner um den Umfang ihrer Unterstützung. Ägyptens Präsident Abdel Fattah al-Sisi erklärte am Mittwoch, eine mögliche Militärhilfe werde sich auf die Verteidigung saudischen Territoriums beschränken. Angriffe auf den Jemen schloss er aus.

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