Filmabend

Namibias DDR-Kinder: Aufgewachsen in Staßfurt, 1990 ausgeflogen

Über 400 Kinder kamen aus namibischen Flüchtlingslagern in die DDR. 1990 mussten sie zurück. Das Kino Krokodil zeigt zwei Dokumentarfilme.

3 Min
Still aus dem Film „Staßfurt – Windhoek“

Still aus dem Film „Staßfurt – Windhoek“

© Defa-Stiftung/Lilly Grote, Julia Kunert

Über 400 namibische Kinder und Jugendliche wuchsen in der DDR auf, die meisten von ihnen in Staßfurt bei Magdeburg. Im August 1990 wurden sie nach Namibia ausgeflogen – in ein Heimatland, das viele von ihnen vergessen hatten und dessen Sprache sie kaum sprachen. Manche hatten elf Jahre lang in der DDR gelebt.

Zwei Dokumentarfilme erzählen davon. Das Berliner Kino Krokodil zeigt am Montag, 21. September, „Inside – Outside“ (30 Minuten) und „Staßfurt – Windhoek“ (52 Minuten) von Lilly Grote und Julia Kunert, wie die Defa-Stiftung mitteilt.

Die Geschichte beginnt Ende der 1970er-Jahre. Nach einem Massaker im Flüchtlingslager Cassinga im Jahr 1978 wandte sich die SWAPO mit der Bitte um Hilfe an die SED. Namibische Kinder aus Flüchtlingslagern kommen daraufhin in die DDR, zunächst in ein Kinderheim in Bellin in Mecklenburg. Sie sind unterernährt, krank und von traumatischen Kriegserinnerungen aus den Flüchtlingslagern belastet.

Werden Sie Teil des Ostablishments.

Sie haben bereits ein O+ Abo?

*