Astronomie

Tausendmal schneller als Hubble: Roman-Teleskop soll Licht in die dunkle Materie bringen

Nach jahrelanger Entwicklung ist das neue Infrarotteleskop der Nasa auf dem Weg zu seinem Beobachtungspunkt. Seine Mission dreht sich um einige der größten Rätsel des Universums.

Peter Steiniger
Peter Steiniger
3 Min
Eine „Falcon Heavy“-Rakete startet mit dem „Nancy Grace Roman Space Telescope“ vom Startkomplex im Kennedy Space Center.

Eine „Falcon Heavy“-Rakete startet mit dem „Nancy Grace Roman Space Telescope“ vom Startkomplex im Kennedy Space Center.

© John Raoux/AP

Die US-Raumfahrtbehörde Nasa hat ihr neues Weltraumteleskop „Nancy Grace Roman“ ins All gebracht. Wie die Nasa mitteilte, erfolgte der Start am Sonntag um 7.26 Uhr Ortszeit vom Kennedy Space Center in Florida an Bord einer Falcon-Heavy-Rakete des Unternehmens SpaceX.

Sieben Minuten nach dem Abheben empfing das Kontrollzentrum am Goddard Space Flight Center in Maryland erste Telemetriedaten. Nach 31 Minuten trennte sich das Observatorium wie geplant von der Rakete.

Das Teleskop ist laut Nasa nun auf einer rund dreimonatigen Reise zum sogenannten Lagrange-Punkt L2 – einer stabilen Position für Beobachtungen im All, rund 1,6 Millionen Kilometer von der Erde entfernt. Benannt ist die Mission nach Nancy Grace Roman (1925–2018), der ersten Chefastronomin der Nasa.

Blick in die Frühzeit des Universums

Kernstück ist das Wide Field Instrument, eine Infrarotkamera mit 300 Megapixeln und 18 Detektoren. Es soll wenige Wochen nach dem Start aktiviert werden. Das Fachmagazin Nature bezeichnet es als die größte je gebaute digitale Infrarotkamera.

Der Primärspiegel misst 2,4 Meter im Durchmesser und stammt ursprünglich aus einem Bestand des US-Militärgeheimdienstes National Reconnaissance Office, der der Nasa 2012 zwei halbfertige Spiegel überlassen hatte.

Roman soll den Himmel nach Angaben der Nasa rund tausendmal schneller durchmustern als das Hubble-Teleskop. Das Sichtfeld ist laut Nature etwa 100-mal größer als das des James-Webb-Teleskops. Erwartet werden Erkenntnisse zur dunklen Energie, die die Ausdehnung des Universums antreibt, sowie zur dunklen Materie.

Zudem soll das Instrument rund 20 Milliarden Sterne in der Milchstraße kartieren und Exoplaneten – also Planeten außerhalb unseres Sonnensystems – erfassen.

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1,4 Terabyte Daten pro Tag

Roman wird täglich 1,4 Terabyte an Daten zur Erde senden – die höchste Datenrate einer Astrophysik-Mission der Nasa. Bei der Auswertung sollen maschinelles Lernen und künstliche Intelligenz zum Einsatz kommen. Die ersten Bilder erwartet die Nasa Anfang 2027, nach Abschluss einer dreimonatigen Testphase.

Das Teleskop ergänzt zwei weitere Projekte zur Beobachtung des Alls: das 2023 gestartete europäische Weltraumteleskop „Euclid“ der ESA und das im Vorjahr in Chile eingeweihte Vera-C.-Rubin-Observatorium.

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