Schweiz

Gefälschtes Corona-Impfzertifikat: Xhaka verurteilt

Zahlen muss der Kapitän der Schweizer Fußball-Nationalmannschaft die 150.000 Franken zunächst nicht. Über seine Zukunft in der „Nati“ will der Verband erst noch entscheiden.

Peter Steiniger
Peter Steiniger
2 Min
Granit Xhaka spricht auf einer Pressekonferenz.

Granit Xhaka spricht auf einer Pressekonferenz.

© Christian Charisius/dpa

Der Schweizer Fußball-Nationalspieler Granit Xhaka ist wegen eines gefälschten Corona-Impfzertifikats zu einer bedingten Geldstrafe von 150.000 Schweizer Franken verurteilt worden – umgerechnet rund 160.000 Euro. Das teilte der 34 Jahre alte Kapitän der „Nati“ am Donnerstag selbst über Instagram mit.

Die Staatsanwaltschaft Luzern verhängte nach seinen Angaben per Strafbefehl 50 Tagessätze zu je 3000 Franken bei einer Bewährungszeit von zwei Jahren.

Die Strafe bleibt ausgesetzt, wenn Xhaka sich in den kommenden zwei Jahren bewährt. „Ich akzeptiere den Entscheid und übernehme die Verantwortung“, schrieb der Mittelfeldspieler des englischen Premier-League-Klubs AFC Sunderland.

Der Strafbefehl erging wegen „Erschleichens einer falschen Beurkundung“. Die Verfahrenskosten habe er bereits bezahlt, teilte der frühere Bundesliga-Profi von Borussia Mönchengladbach und Bayer Leverkusen mit. Zuvor hatte Xhaka eingeräumt, während der Pandemie Impfzertifikate gekauft zu haben, ohne sich impfen zu lassen.

Verband prüft sportliche Folgen

Ob das Urteil sportliche Konsequenzen hat, ist nach Angaben der dpa offen. „Wir haben Kenntnis vom Entscheid der Staatsanwaltschaft erhalten“, teilte der Schweizerische Fußballverband (SFV) der Schweizer Nachrichtenagentur Keystone-SDA mit. „Basierend darauf können wir nun die angekündigten Gespräche führen, wie wir die Zukunft gemeinsam gestalten werden.“

Verbandspräsident Peter Knäbel hatte laut dem Portal Bote der Urschweiz angekündigt, Grundsatzfragen zum Verhalten von Nationalspielern klären zu wollen. Bis Ende Oktober sollen entsprechende Leitlinien öffentlich gemacht werden.

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Zertifikat nicht für Länderspiele genutzt

Das gefälschte Zertifikat stammte aus dem Jahr 2022, als der Impfstatus noch über zahlreiche Einschränkungen im Alltag und bei Auslandsreisen entschied. Xhaka selbst brauchte das Zertifikat nach Angaben des Schweizer Fußballverbands weder für Länderspiele noch für Turniere.

Xhaka hatte auf den jüngsten Lehrgang der Nationalmannschaft im Einvernehmen mit dem Verband verzichtet, damit sich die Mannschaft auf den Sport konzentrieren konnte. Die Schweizer gewannen in der Nations League vier Spiele in Folge.

Dem Bericht des Boten zufolge wurde auch Nationalstürmer Breel Embolo wegen Corona-bezogener Verstöße zu einer bedingten Geldstrafe von 20 Tagessätzen zu je 3000 Franken verurteilt – er hatte Testzertifikate erworben.

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