In Schweden, wo bargeldlose Zahlungen weit verbreitet sind, gilt eine neue Regel: Seit dem 1. Juli sind Lebensmittelgeschäfte und Apotheken grundsätzlich verpflichtet, Bargeld anzunehmen, wie unter anderem der schwedische Radiosender Sveriges Radio berichtete.
Ziel sei es, die Funktionsfähigkeit von Bargeld als Zahlungsmittel zu erhalten, teilte die schwedische Regierung bereits im März mit. Das gelte insbesondere für Güter und Dienstleistungen des täglichen Bedarfs. Nach Angaben der Deutschen Presse-Agentur (dpa) soll so auch bei technischen Ausfällen bezahlt werden können und Menschen ohne Zugang zu digitalen Bezahlformen nicht ausgeschlossen werden.
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Zahlreiche Ausnahmen vorgesehen
Laut der Regierungsmitteilung soll die Pflicht nicht gelten, wenn die Sicherheit des Personals nicht gewährleistet werden könne oder wenn die Kosten der Bargeldabwicklung die Fortführung des Geschäfts gefährden. Auch Supermärkte ohne bemannte Kassen sind laut dpa ausgenommen. Mehr als 25 Münzen müssen die Geschäfte nicht annehmen.
Einige Läden haben dem Bericht zufolge bereits angekündigt, sich nicht an die neue Regel zu halten. Wie Verstöße geahndet werden sollen, ist der dpa zufolge bislang nicht geklärt.
Bank rät zu Bargeldvorrat für Krisen
Ein Sprecher der Supermarktkette Coop erklärte laut der Nachrichtenagentur TT, in manchen Fällen sei Bargeld möglicherweise die einzige Zahlungsform, die funktioniere, „wenn die Technologie versagt“, wie der Sweden Herald berichtet. Eine weitere Sprecherin gab jedoch an, eine der 800 Filialen werde trotz der neuen Regel bargeldlos bleiben. Die Entscheidung sei nach wiederholten Raubüberfällen aus Sicherheitsgründen getroffen worden.
Die Bargeldnutzung geht dpa zufolge in Schweden seit Jahren zurück. In einer Umfrage der schwedischen Reichsbank vom vergangenen September gaben demnach nur fünf Prozent der Befragten an, ihren letzten Einkauf bar bezahlt zu haben. Die Bank empfiehlt auf ihrer Website, neben Bankkarten oder anderen Bezahldiensten etwa 1000 schwedische Kronen (rund 90 Euro) pro Erwachsenem bereitzuhalten, um auf mögliche Krisen vorbereitet zu sein. (mit dpa)
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