China hat eine Beschäftigungsinitiative angekündigt, die Arbeitnehmer auf den Wandel durch Künstliche Intelligenz vorbereiten soll. Wie die staatliche Nachrichtenagentur Xinhua berichtet, stellten Vertreter des Ministeriums für Humanressourcen und soziale Sicherheit das Vorhaben am Samstag bei einer Regierungspressekonferenz vor. Es gehört zu einem Maßnahmenpaket, das auch berufliche Weiterbildung und eine bessere Arbeitsvermittlung vorsieht.
Nach Angaben von Bloomberg soll die Initiative helfen, berufliche Fähigkeiten an die Entwicklung von KI anzupassen. Geplant sind außerdem ein Unterstützungsprogramm für Hochschulabsolventen und andere junge Menschen sowie Maßnahmen zur Verbesserung der Arbeitsbedingungen von Menschen in flexiblen und neuen Beschäftigungsformen.
Ein Budget, ein genauer Starttermin oder konkrete Teilnehmerzahlen wurden in den vorliegenden Berichten zur Ankündigung zunächst nicht genannt. Das Programm ist Teil der Beschäftigungspolitik für den laufenden Fünfjahreszeitraum bis zum Jahr 2030.
Konkretere Schwerpunkte nennt das chinesische Arbeitsministerium in einer Erläuterung zum Beschäftigungsplan, die bereits im Juni veröffentlicht wurde. Demnach soll die Initiative neue Arbeitsplätze durch KI schaffen, Beschäftigungsmöglichkeiten in traditionellen Branchen erschließen und Arbeitnehmer beim Wechsel auf andere Stellen unterstützen. Die Ankündigung vom Samstag knüpft damit an bestehende Regierungspläne an.
Dienstleistungen sollen mehr Menschen beschäftigen
Die Regierung bezeichnet die Lage am Arbeitsmarkt insgesamt als stabil. Nach Angaben von Reuters entstanden in China von Januar bis September 10,52 Millionen neue städtische Arbeitsplätze. Damit waren 87,7 Prozent des Jahresziels erreicht. Die durchschnittliche städtische Arbeitslosenquote lag demnach von Januar bis August bei 5,2 Prozent.
Vizeminister Li Zhong kündigte zudem neue Maßnahmen für den Dienstleistungssektor an. Dieser soll als wichtiger Arbeitgeber gestärkt werden. Gleichzeitig will Peking Beschäftigung in arbeitsintensiven Branchen sichern und neue Stellen in aufstrebenden Industrien fördern.
Der bereits veröffentlichte Beschäftigungsplan des Staatsrats sieht vor, neue Arbeitsformen durch die Zusammenarbeit von Menschen und KI zu entwickeln. Zusätzliche Beschäftigungsmöglichkeiten sollen unter anderem in Pflege, Kinderbetreuung, Tourismus und modernen Unternehmensdienstleistungen entstehen. KI soll auch die Arbeitsvermittlung verbessern.
KI verändert Aufgaben und Anforderungen
Wie groß der Anpassungsbedarf ist, zeigt eine Untersuchung der Internationalen Arbeitsorganisation ILO. Sie stützt sich auf Interviews mit 21 Unternehmen in China und eine Befragung von 1591 Berufstätigen. Demnach steigert KI die Produktivität, schafft aber auch Qualifikationslücken und erhöht den Druck auf Beschäftigte mit wiederkehrenden Aufgaben.
Besonders betroffen könnten Büroarbeit, Verwaltung und Kundenservice sein. Von den befragten Berufstätigen erwarten 39 Prozent Einkommenseinbußen durch KI. Zugleich glauben 47 Prozent, dass die Technologie mehr Arbeitsplätze schafft, als sie verdrängt.
In den untersuchten Unternehmen dominiert bislang die Zusammenarbeit von Menschen und KI. Die ILO empfiehlt deshalb mehr Weiterbildung und Unterstützung beim Wechsel zu anspruchsvolleren Aufgaben. Die Unternehmensauswahl ist allerdings nicht repräsentativ für die gesamte chinesische Wirtschaft.
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