Handelsstreit

Durchbruch im Autostreit: China verkündet Einigung mit EU über Hybridautos

Nach zwei Tagen Verhandlungen in Peking meldet das chinesische Handelsministerium einen Durchbruch. Zuvor hatte Brüssel auf eine Begrenzung stark steigender Hybridimporte gedrängt.

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Peking: Eine Luftaufnahme zeigt chinesische Autos mit Hybrid- oder Elektroantrieb für den Export.

Peking: Eine Luftaufnahme zeigt chinesische Autos mit Hybrid- oder Elektroantrieb für den Export.

© XinHua/dpa

China und die Europäische Union haben sich nach Angaben des chinesischen Handelsministeriums im Streit über den Handel mit Hybridautos geeinigt. Die Vereinbarung wurde am Freitag nach zweitägigen Gesprächen zwischen Chinas Handelsminister Wang Wentao und EU-Handelskommissar Maros Sefcovic in Peking bekanntgegeben.

Einzelheiten der Einigung veröffentlichte Peking zunächst nicht. Auch von der EU-Kommission lag zunächst keine ausführliche Darstellung der Vereinbarung vor. Sefcovic hatte vor den Gesprächen angekündigt, nach rund drei Monaten intensiver Verhandlungen müssten nun „konkrete Ergebnisse“ erzielt werden.

Die Gespräche waren Teil des im Juni eingerichteten EU-China-Mechanismus für Handels- und Investitionskonsultationen. Beide Seiten hatten damals vier Arbeitsbereiche vereinbart: den Ausgleich von Handel und Investitionen, Exportkontrollen, geistiges Eigentum und eine Reform der Welthandelsorganisation. Zudem wurde ein gemeinsamer Mechanismus zur Beobachtung der Handelsströme eingerichtet.

China hatte Exportbegrenzung noch abgelehnt

Dass nun eine Einigung verkündet wird, kommt überraschend. Noch am 18. September hatte das chinesische Handelsministerium eine von der EU ins Gespräch gebrachte freiwillige Begrenzung chinesischer Hybridauto-Exporte ausdrücklich zurückgewiesen. Solche Beschränkungen verstießen nach Pekings Darstellung gegen WTO-Regeln sowie die Prinzipien des freien Wettbewerbs.

China erklärte zugleich aber, eine Lösung müsse die Interessen beider Seiten berücksichtigen, den Regeln der Welthandelsorganisation entsprechen und mit den jeweiligen nationalen Gesetzen vereinbar sein.

Noch am Mittwoch berichtete Reuters unter Berufung auf die Financial Times, China habe einen europäischen Vorschlag für freiwillige Exportbeschränkungen abgelehnt. Brüssel habe daraufhin geprüft, chinesische Hybridimporte notfalls selbst über Schutzmaßnahmen zu begrenzen.

Ob die nun verkündete Einigung eine solche Importregelung, Preisvereinbarungen oder einen anderen Mechanismus vorsieht, ging aus der ersten Mitteilung nicht hervor.

Chinesische Hybridautos gewinnen rasant Marktanteile

Der Streit hat sich verschärft, seit chinesische Hersteller ihre Hybridverkäufe in Europa massiv ausgebaut haben. Nach Reuters-Daten kommen inzwischen mehr als 26 Prozent der in Europa verkauften Plug-in-Hybride von chinesischen Herstellern.

Medienberichten zufolge stiegen die monatlichen EU-Importe chinesischer Hybridautos von rund 3800 Fahrzeugen im Oktober 2024 auf etwa 50.000 im Juli dieses Jahres.

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Ein Grund für die Verschiebung liegt in der europäischen Zollpolitik. Seit Oktober 2024 erhebt die EU zusätzliche Ausgleichszölle auf batterieelektrische Autos aus China. Je nach Hersteller liegen diese bei 7,8 bis 35,3 Prozent. Grundlage war eine Untersuchung der EU-Kommission, die zu dem Ergebnis kam, dass chinesische Hersteller von staatlichen Subventionen profitieren und dadurch europäischen Produzenten wirtschaftlicher Schaden droht.

Hybridfahrzeuge fallen bislang nicht unter diese zusätzlichen Ausgleichszölle. Chinesische Hersteller haben ihr Angebot entsprechender Modelle in Europa seitdem deutlich ausgeweitet.

Handelsdefizit sorgt für zusätzlichen Druck

Der Autostreit ist Teil eines wesentlich größeren Konflikts. Die EU importiert deutlich mehr Waren aus China, als sie dorthin verkauft. 2025 erreichte das europäische Handelsdefizit gegenüber China rund 360 Milliarden Euro. Sefcovic bezeichnete das Verhältnis vor seiner Reise als auf Dauer nicht tragbar.

Brüssel verlangt neben Veränderungen beim Autohandel einen besseren Zugang europäischer Unternehmen zum chinesischen Markt und Erleichterungen bei chinesischen Exportkontrollen für kritische Rohstoffe. Peking wiederum kritisiert europäische Handelsbeschränkungen und fordert unter anderem einen besseren Zugang zu europäischen Hochtechnologieprodukten.

Die nun verkündete Einigung bei Hybridautos könnte damit zum ersten konkreten Ergebnis der seit Juni laufenden Verhandlungen werden. Entscheidend ist nun, welche Verpflichtungen beide Seiten tatsächlich eingegangen sind.

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