Luftfahrt

Neue Luftfahrtstrategie: Deutschland will führend im internationalen Luftverkehr werden

Die Bundesregierung will Kosten senken und Bürokratie für Fluggesellschaften abbauen. Umweltverbände vermissen ambitionierte Schritte beim Klimaschutz.

2 Min
Der Bund will die Luftfahrt stärken.

Der Bund will die Luftfahrt stärken.

© Boris Roessler/dpa

Das Bundeskabinett hat eine neue Luftfahrtstrategie beschlossen, mit der die Bundesregierung den Luftverkehr in Deutschland stärker fördern will. Ziel sei es, „Deutschland als führende Luftfahrtnation zu positionieren, die ökonomisch und technologisch wettbewerbsfähig, souverän, resilient und nachhaltig ist“, wie das Bundeswirtschaftsministerium mitteilte. Die Standortbedingungen für Luftfahrtunternehmen sollen demnach verbessert werden – „allen voran die Kosten“.

Nach Angaben der Regierung sollen unter anderem Regelungen für die Luftfahrt abgebaut werden, die über EU-Vorgaben hinausgehen. Auch soll Luftfahrtunternehmen der Zugang zu staatlichen Fördermitteln vereinfacht werden. Spezielle Förderprogramme des Bundes sollen auf die Entwicklung neuer Kurz- und Mittelstreckenflugzeuge ausgerichtet werden. Das Strategiepapier sollte am Mittwoch bei der Internationalen Luft- und Raumfahrtausstellung (ILA) in Berlin vorgestellt werden.

Reiche spricht von „industrieller Erfolgsgeschichte“

Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) sprach von einer „industriellen Erfolgsgeschichte“ der Luftfahrt in Deutschland, die es fortzuschreiben gelte. „Wir wollen, dass Deutschland als führende Luftfahrtnation wettbewerbsfähig, technologisch stark, souverän, resilient und nachhaltig ist“, erklärte Bundesverkehrsminister Patrick Schnieder (CDU). Er verwies auf die Senkung der Luftverkehrssteuer zum 1. Juli 2026 und stellte weitere „mittel- und langfristige Entlastungen“ etwa durch Bürokratieabbau und Investitionen in Modernisierungen in Aussicht.

Die Branche begrüßte die Zielsetzung. „Die Luftfahrtstrategie beschreibt ein richtiges Zielbild für den Luftverkehrsstandort Deutschland“, erklärte Michael Engel, Geschäftsführer des Bundesverbandes der Deutschen Fluggesellschaften. „Sie bleibt aber dort zu unkonkret, wo es für die Wettbewerbsfähigkeit entscheidend wird: bei der Senkung der staatlichen Standortkosten.“

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Klimaschutz-Kritik von Umwelt- und Verkehrsverbänden

Klima- und Umweltschützer kritisierten den aus ihrer Sicht fehlenden Fokus auf Klimaschutz. „Die Strategie bleibt hinter den ökologischen, wirtschaftlichen und technologischen Möglichkeiten zurück“, erklärte Anja Köhne von Germanwatch. „Der Hochlauf erneuerbar erzeugter synthetischer Flugkraftstoffe wird nicht ausreichend ambitioniert angepackt.“

Den Fokus auf Wachstum des Flugverkehrs kritisierte unter anderem der Verkehrsclub Deutschland (VCD). „Dort, wo attraktive Alternativen bestehen, müssen Flugverkehre auf die Schiene verlagert werden“, erklärte VCD-Luftfahrtexperte Alfred Schreiber. (mit AFP)

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