Die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) hat ihre Wachstumsprognose für die deutsche Wirtschaft gesenkt. Das Bruttoinlandsprodukt werde in diesem Jahr nur um 0,7 Prozent zulegen und damit um 0,1 Prozentpunkte weniger als noch im vorherigen Wirtschaftsausblick Ende März prognostiziert, teilte die OECD in Paris mit. Für 2027 erwartet die Organisation ein Plus von 1,1 Prozent – 0,4 Prozentpunkte weniger als zuvor angenommen. Auch die Inflation dürfte durch höhere Energiepreise weiter steigen.
Eine längere Dauer oder eine weitere Zuspitzung des Nahostkonflikts würde nach Einschätzung der OECD die Energiepreise weiter in die Höhe treiben und damit Konsum und Investitionen belasten. Auch eine erneute Verschärfung handelspolitischer Spannungen würde sich auf das Wachstum auswirken, da die deutsche Industrie stark in globale Lieferketten eingebunden sei.
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Weltwirtschaft verliert an Tempo
Weltweit schwächt sich das Wachstum laut OECD von 3,4 Prozent im vergangenen Jahr auf 2,8 Prozent im laufenden Jahr ab. 2027 soll es sich auf 3,1 Prozent erholen. Je länger der Konflikt im Nahen Osten andauere, desto höher fielen die wirtschaftlichen und sozialen Kosten aus, warnte die Organisation. Sollten die Kampfhandlungen bis weit ins Jahr 2027 anhalten, könnte sich das globale Wachstum auf 2,1 Prozent im laufenden Jahr und 1,8 Prozent im Jahr 2027 verlangsamen.
Für die USA sagt die OECD für 2025 ein Wachstum von rund zwei Prozent voraus, das sich 2027 auf 1,8 Prozent abschwächen soll. Der Energieschock und die zunehmende Unsicherheit durch den Nahostkonflikt dürften den privaten Konsum dämpfen. Stützend wirkten dagegen weiterhin starke Investitionen im Bereich Künstliche Intelligenz.
Euroraum und China
Im Euroraum rechnet die OECD für das laufende Jahr mit einem Plus von 0,8 Prozent, das 2027 wieder auf 1,2 Prozent anziehen soll. Getragen werde die Erholung von einer Belebung der Binnennachfrage und des Handels. In China werde sich das Wachstum 2026 auf 4,5 Prozent und 2027 auf 4,3 Prozent verlangsamen. Der hohe Energieverbrauch und die Importabhängigkeit machten das Land anfällig für steigende Ölpreise, doch der wachsende Einsatz erneuerbarer Energien und umfangreiche Reserven milderten die Folgen ab, hieß es. (mit dpa)
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