Wer bisher mit öffentlichen Verkehrsmitteln von Neubrandenburg nach Greifswald fahren wollte, musste Zeit und Geduld mitbringen. Eine regelmäßige Direktverbindung gab es zuletzt nicht. Bahnreisende mussten meist über Pasewalk oder Stralsund fahren und dabei mindestens einmal umsteigen. Abhängig von der gewählten Verbindung dauerte die Reise ungefähr zwei bis zweieinhalb Stunden.
Auch mit Linienbussen war die Fahrt bislang vergleichsweise umständlich. Verbindungen über Altentreptow und Jarmen benötigten knapp zwei Stunden, teilweise waren mehrere Umstiege erforderlich. Andere Fahrtmöglichkeiten dauerten sogar drei bis vier Stunden. Besonders an Wochenenden und während der Ferien war das Angebot dünn.
Das soll sich mit der neuen Regiobuslinie mv83 ändern. Seit dem 5. Oktober verbindet sie den Zentralen Omnibusbahnhof in Neubrandenburg direkt mit Greifswald. Unterwegs hält der Bus unter anderem in Altentreptow und Jarmen. Für die gesamte Strecke sind laut Fahrplan 75 Minuten vorgesehen.
Vier Fahrten pro Richtung an Werktagen
Von Montag bis Freitag werden zunächst vier Fahrten pro Tag und Richtung angeboten. Am Wochenende sowie an Feiertagen verkehren jeweils zwei Fahrtenpaare. In Neubrandenburg starten die Busse werktags um 5.50 Uhr, 8.50 Uhr, 11.50 Uhr und 14.50 Uhr. Am Wochenende sind Abfahrten um 8.50 Uhr und 14.50 Uhr vorgesehen.
Am Greifswalder ZOB startet der mv83 zu folgenden Zeiten: Montag bis Freitag um 7.15 Uhr, 10.15 Uhr, 13.15 Uhr und 16.15 Uhr, Samstag und Sonntag um 10.15 Uhr und 16.15 Uhr.
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Betrieben wird die Linie von der kreiseigenen Mecklenburg-Vorpommerschen Verkehrsgesellschaft. Die Landkreise Mecklenburgische Seenplatte und Vorpommern-Greifswald haben das Angebot gemeinsam abgestimmt. Die organisatorische Federführung liegt bei der Mecklenburgischen Seenplatte, da sich dort der größere Teil der Strecke befindet.
Die neue Verbindung soll nicht nur die beiden Städte näher zusammenbringen. Sie verbessert auch die Mobilität für die Einwohner von Altentreptow und Jarmen. Entlang der Strecke liegen mit der Universitätsmedizin Greifswald und dem Dietrich-Bonhoeffer-Klinikum zwei wichtige medizinische Einrichtungen. Zugleich verbindet die mv83 zwei Hochschul- und Wirtschaftsstandorte.
„Gerade im ländlichen Raum brauchen wir verlässliche und attraktive Verbindungen, damit die Menschen auch ohne eigenes Auto möglichst unkompliziert zur Arbeit, zum Arzt, zum Einkaufen oder in ihrer Freizeit unterwegs sein können“, sagte Wirtschafts- und Verkehrsminister Wolfgang Blank bei der Inbetriebnahme der Linie.
Frühere Direktverbindung wurde 2019 eingestellt
Ganz neu ist die Idee eines Direktbusses nicht. Zwischen 2014 und 2019 verkehrte bereits der sogenannte „Schnur-Stracks-Bus“ zwischen Neubrandenburg und Greifswald. Das Angebot bestand allerdings nur an wenigen Wochentagen und wurde schließlich aus wirtschaftlichen Gründen eingestellt.
Die mv83 soll nun eine verlässlichere Alternative bieten. Sie gehört zum Regiobusnetz des Landes MV und ist Teil der Mobilitätsoffensive für den ländlichen Raum. Regiobusse sollen unabhängig von Schul- und Ferienzeiten fahren und kleinere Orte besser an zentrale Städte sowie an weitere Bus- und Bahnangebote anbinden.
Das Land unterstützt die neue Linie finanziell. Das Wirtschaftsministerium nennt für 2026 rund 70.000 Euro. Im Jahr 2025 hat das Land insgesamt knapp 55 Millionen Euro für die Mobilitätsoffensive MV investiert. 2026 sind rund 60 Millionen Euro vorgesehen.
Neue Verbindung spart bis zu einer Stunde
Für Fahrgäste zählt vor allem die Zeitersparnis. Gegenüber vielen bisherigen Bahnverbindungen kann die mv83 die Reise um etwa 45–70 Minuten verkürzen. Hinzu kommt, dass kein Umstieg mehr notwendig ist.
Wie gut die neue Linie angenommen wird, muss sich in den kommenden Monaten zeigen. Auf den ersten Fahrten waren teilweise nur wenige Passagiere unterwegs. Belastbare Zahlen zur Auslastung liegen unmittelbar nach dem Start jedoch noch nicht vor. Die zwischen den Landkreisen geschlossene Vereinbarung ist bis Ende 2028 angelegt. Damit hat die direkte Busverbindung grundsätzlich die Chance, sich dauerhaft als Alternative zum Auto zu etablieren.
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