Erstmals seit Jahren ist laut einer Studie die Internetnutzung in Deutschland spürbar zurückgegangen. Vor allem jüngere Menschen ziehen sich bewusst vom Smartphone zurück, während Künstliche Intelligenz als neuer Treiber an Bedeutung gewinnt.
Die Menschen in Deutschland verbringen weniger Zeit im Internet als noch im Vorjahr. Nach der Postbank Digitalstudie 2026 sind die Bundesbürger im Schnitt 67,4 Stunden pro Woche online und damit rund fünf Stunden weniger als 2025. Auch in den beiden Jahren zuvor lag die Zahl laut Studiendaten höher. Für die repräsentative Befragung wurden zwischen April und Mai 2026 insgesamt 3050 Menschen befragt, die Stichprobe wurde nach Bundesland, Alter und Geschlecht gewichtet.
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Smartphone bleibt an der Spitze, wird aber bewusst reduziert
Das Smartphone bleibt mit 86 Prozent das meistgenutzte Gerät für den Internetzugang. Doch auch hier sank die wöchentliche Nutzungsdauer von 25,7 auf 23,9 Stunden. Am Arbeitsplatz sind Berufstätige laut Studie im Schnitt 2,8 Stunden täglich online, überwiegend über Notebook oder Desktop-PC.
Den deutlichsten Rückgang gibt es bei den unter 40-Jährigen. Zwar liegt ihre wöchentliche Online-Zeit mit mehr als 80 Stunden weiterhin an der Spitze, die reine Smartphone-Nutzung fiel in dieser Altersgruppe jedoch um drei Stunden auf 31 Stunden pro Woche. 31 Prozent der unter 40-Jährigen planen laut Studie, ihre private Internetnutzung in den kommenden zwölf Monaten weiter einzuschränken. Über alle Altersgruppen hinweg äußern 17 Prozent diesen Wunsch. Bei den mindestens 40 Jahre alten Menschen beträgt die Anzahl der Wochenstunden 61,7.
Als Gründe für den Rückzug nannten 41 Prozent derjenigen, die ihre Online-Zeit reduzieren wollen, den Wunsch nach mehr Zeit für Familie, Freunde oder Hobbys. 38 Prozent möchten sich weniger ablenken lassen, 36 Prozent verwiesen auf negative gesundheitliche Auswirkungen, 33 Prozent auf den Wunsch nach mehr Konzentration.
Berlin ist Spitzenreiter, Sachsen-Anhalt sinkt deutlich
Die Daten der Postbank-Studie werden auch nach Bundesländern aufgeschlüsselt. Berlin liegt dabei mit einer durchschnittlichen Internetnutzung von 81,9 Stunden pro Woche trotz Reduzierung im Vergleich zum Vorjahr vorne.
Noch im vergangenen Jahr führte Sachsen-Anhalt die Statistik mit über 91 Wochenstunden an. In dem Ost-Bundesland ist der Wert aber stark gesunken: Etwa 28 Stunden Reduzierung im Schnitt stellen den stärksten Rückgang aller Bundesländer dar und bedeuten Platz 13 im Ländervergleich mit nun 63,4 Stunden pro Woche. Am wenigsten sind laut Studie die Menschen im Saarland online.
Social Media verliert, KI gewinnt
Die regelmäßige Nutzung von Plattformen wie Instagram oder TikTok ging laut Studie von 71 auf 64 Prozent zurück. Auch Messenger-Dienste und YouTube-Videos werden seltener genutzt. Stabil bleiben dagegen Anwendungen wie Online-Banking mit über 50 Prozent Nutzung.
An Bedeutung gewinnt Künstliche Intelligenz: Unter den Befragten, die das Internet künftig stärker nutzen wollen, nannten 56 Prozent KI als wichtigsten Grund. 38 Prozent der Deutschen setzen demnach bereits Werkzeuge wie ChatGPT zur Informationssuche ein.
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