Rüstungsdeal

Jahrelang geheim entwickelt: Lockheed Martin setzt auf neue US-Rakete AIM-260

Lockheed Martin und das Pentagon wollen die Produktion der neuen Luft-Luft-Rakete AIM-260 JATM beschleunigen. Die Rakete soll unter anderem auf F-22- und F-35-Kampfjets eingesetzt werden.

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Ein F-35-Kampfjet der US-amerikanischen Luftwaffe

Ein F-35-Kampfjet der US-amerikanischen Luftwaffe

© Harald Tittel/dpa

Der US-amerikanische Rüstungskonzern Lockheed Martin will die Produktion einer neuen Rakete beschleunigen. Mit dem Verteidigungsministerium sei eine entsprechende Rahmenvereinbarung zur Steigerung der Produktion geschlossen worden, berichtet Reuters.

Die AIM-260 Joint Advanced Tactical Missile (JATM) wurde dem Bericht zufolge jahrelang geheim entwickelt – nach Angaben der Nachrichtenagentur auch mit Blick auf die zunehmenden Fähigkeiten Chinas in dem Bereich.

Sie soll nach Unternehmensangaben eine größere Reichweite und höhere Effektivität als bisherige Raketen aufweisen. Dies sei ein Vorteil gegen chinesische Kampfflugzeuge wie die J-20. Zum Einsatz kommen soll die AIM-260 bei den Tarnkappen-Kampfflugzeugen F-22 Raptor und F-35. Nach Angaben der US-Luftwaffe ist zudem eine Integration in F-15- und F-16-Kampfjets vorgesehen, wie Bloomberg berichtet.

Lockheed Martin will Produktion „schnell ausweiten“

„JATM ist eine der wichtigsten Fähigkeiten unserer Nation zur Erlangung der Luftüberlegenheit“, sagte Tim Cahill, Präsident von Lockheed Martins Sparte Missiles and Fire Control, laut Reuters. Wegen des geheimen Charakters des Programms sei es bislang jedoch eine Geschichte gewesen, „über die wir nicht sprechen konnten“. Man arbeite mit der US-Regierung daran, „die Produktion schnell auszuweiten“.

Eine entsprechende Rahmenvereinbarung soll laut Reuters die Grundlage für einen mehrjährigen Beschaffungsvertrag schaffen. Lockheed Martin will dafür nach eigenen Angaben in den Ausbau der notwendigen Produktionskapazitäten investieren. Die Rakete befindet sich Bloomberg zufolge noch in Entwicklung, stehe aber kurz vor dem Produktionsbeginn.

Erhöhter Druck durch Iran-Krieg

Reuters zufolge sind die Raketenbestände der USA und ihrer Verbündeten durch den Iran-Krieg gesunken. Das habe den Druck erhöht, neue Präzisionswaffen mit großer Reichweite zu beschaffen.

Nach Angaben von Bloomberg sieht der Haushaltsentwurf der Regierung von US-Präsident Donald Trump für das am 1. Oktober beginnende Haushaltsjahr zusätzliche zwei Milliarden Dollar für das Raketenprogramm vor. Die US-Luftwaffe und die Marine beantragten demnach für 2027 insgesamt 2,9 Milliarden Dollar für Raketenentwicklung und Beschaffung. Im laufenden Haushaltsjahr waren es 894 Millionen Dollar.

Lockheed Martin erhielt den geheimen Entwicklungsauftrag für die AIM-260 bereits im August 2017, wie Bloomberg berichtet. Auch Australien will die Raketen kaufen. Das Pentagon hatte dem Bericht zufolge im März bekannt gegeben, dass das 3,1 Milliarden Dollar schwere Geschäft 460 Raketen sowie Testausrüstung umfasse.

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