Rüstung

Neue Waffen aus Russland: Äthiopien erhält Su-35-Jets und Luftabwehrsystem S-400

Die Lieferung der Kampfjets erfolgt ein Jahr früher als geplant. In Äthiopien kämpfen Regierungstruppen erneut gegen Rebellen, auch die Spannungen mit Eritrea nehmen zu.

Peter Steiniger
Peter Steiniger
3 Min
Russlands Präsident Wladimir Putin begrüßt Äthiopiens Ministerpräsidenten Abiy Ahmed (l.) beim Russland-Afrika-Gipfel in Moskau.

Russlands Präsident Wladimir Putin begrüßt Äthiopiens Ministerpräsidenten Abiy Ahmed (l.) beim Russland-Afrika-Gipfel in Moskau.

© Igor Ivanko/AFP

Äthiopien hat nach Angaben von Ministerpräsident Abiy Ahmed bereits zwölf russische Su-35-Kampfjets erhalten und soll zudem vier Batterien des russischen Flugabwehrsystems S-400 bekommen. Abiy gab die Rüstungslieferungen am Mittwoch am Rande des Russland-Afrika-Gipfels in Moskau bekannt. Die Nachrichtenagentur AFP berichtete darüber.

Nach Angaben des Fachmagazins Aviation Week wurden am Mittwoch auf dem Flughafen Schukowski bei Moskau zunächst zwei der zwölf vorgesehenen Maschinen übergeben.

Abiy dankte Russlands Präsidenten Wladimir Putin dafür, dass die Kampfflugzeuge ein Jahr früher als geplant geliefert worden seien. Die Lieferung beruhe auf einer Vereinbarung zwischen beiden Regierungen. Mit den Kampfflugzeugen und dem S-400-System wolle Äthiopien seine Verteidigung stärken und mögliche Angreifer abschrecken.

Was die russischen Su-35-Kampfjets können

Die Su-35 wurde vom russischen Flugzeugbauer Suchoi entwickelt, der zum staatlichen Rüstungskonzern Rostec gehört. Der Kampfjet ist eine Weiterentwicklung der sowjetischen Su-27. Dank zweier Triebwerke mit schwenkbaren Schubdüsen ist die Maschine besonders wendig. Sie kann andere Flugzeuge sowie Ziele am Boden und auf See bekämpfen. Nach Herstellerangaben erreicht die Su-35 mehr als die doppelte Schallgeschwindigkeit und kann bis zu acht Tonnen Waffen tragen.

Das ebenfalls aus Russland stammende Flugabwehrsystem S-400 Triumf wird vom Rüstungskonzern Almaz-Antey hergestellt und ist seit 2007 im Einsatz. Es besteht aus mobilen Radaranlagen, Kommandoeinheiten und Raketenwerfern. Das System dient der Abwehr von Kampfflugzeugen, Drohnen, Marschflugkörpern und bestimmten ballistischen Raketen. Je nach Raketentyp beträgt die maximale Reichweite bis zu 400 Kilometer, bei der Abwehr ballistischer Raketen deutlich weniger.

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Wann die vier S-400-Batterien geliefert werden sollen, sagte Abiy nicht. Auch zum Kaufpreis und zu den geplanten Stationierungsorten machte er keine Angaben. Der russische Rüstungskonzern Rostec beantwortete eine Anfrage von Reuters zunächst nicht.

Neue Kämpfe in Äthiopiens Norden

In Äthiopien dauern unterdessen mehrere bewaffnete Konflikte an. In der nördlichen Region Tigray kämpfen Regierungstruppen nach Angaben von Reuters seit Ende September erneut gegen eine Rebellenallianz. Bereits zwischen 2020 und 2022 waren bei einem Krieg in der Region Hunderttausende Menschen ums Leben gekommen. Damals halfen Kampfdrohnen ausländischer Herstellung der äthiopischen Armee, militärisch die Oberhand zu gewinnen. 

Äthiopien ist ein Binnenstaat am Horn von Afrika und mit rund 135 Millionen Einwohnern nach Nigeria das bevölkerungsreichste Land des Kontinents. Trotz starken Wirtschaftswachstums gehört es weiterhin zu den armen Ländern der Welt.

Spannungen zwischen Äthiopien und Eritrea

Die erneuten Kämpfe haben auch die Spannungen zwischen Äthiopien und Eritrea verschärft. Anfang Oktober brach Eritrea die diplomatischen Beziehungen zu Äthiopien ab. Nach Angaben des Fachportals Security Council Report wirft Addis Abeba Eritrea vor, Truppen über die Grenze geschickt und Rebellen unterstützt zu haben.

Die Regierung in Asmara bestreitet die Vorwürfe. Sie beschuldigt Äthiopien ihrerseits, sich gewaltsam einen Zugang zum Roten Meer verschaffen zu wollen.

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