Bei einer Explosion in einer Erdgasanlage in Katar sind nach offiziellen Angaben 66 Menschen verschiedener Nationalitäten verletzt worden. 13 Personen starben, wie das katarische Innenministerium mitteilte. Der staatliche Energiekonzern QatarEnergy erklärte auf der Plattform X, der Brand sei in der Anlage Barzan beim Anlaufen des Betriebs ausgebrochen. Einsatzkräfte hätten das Feuer mittlerweile unter Kontrolle gebracht.
Das Innenministerium erklärte auf X, es sei am späten Sonntagabend in der Industriezone Ras Laffan zu der Explosion gekommen. Ursache sei eine technische Fehlfunktion gewesen, hieß es. Lecks seien nicht festgestellt worden. „Ich möchte betonen, dass es sich hierbei um einen Unfall handelte und nicht um Sabotage oder einen feindseligen Akt“, sagte Energieminister Saad Sherida laut AP am Montag.
Die Anlage wird nach AP-Angaben vor allem für die heimische Stromerzeugung sowie Meerwasserentsalzungsanlagen eingesetzt. Eigentümer ist dem Bericht zufolge überwiegend der katarische Staat, eine kleinere Beteiligung hält der US-Konzern ExxonMobil.
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Schäden durch Iran-Krieg in Ras Laffan
Die betroffene Anlage liegt laut Reuters in der Industiestadt Ras Laffan, dem Hauptstandort von QatarEnergy für die LNG-Produktion. Katar war dem Bericht zufolge stark durch die Schließung der Straße von Hormus infolge des Iran-Kriegs betroffen, da es keine alternativen Routen für seinen LNG-Export habe.
Im März war Ras Laffan nach Angaben der New York Times durch einen iranischen Raketen- und Drohnenangriff erheblich beschädigt worden. Katarische Stellen hatten erklärt, die vollständige Wiederherstellung der Produktionskapazität könne Jahre dauern.
Mit der Lockerung der iranischen Kontrolle über die Meerenge im Zuge der laufenden Verhandlungen über ein dauerhaftes Kriegsende hatte Katar laut AP begonnen, das Export-Terminal wieder hochzufahren. Die Explosion könnte die globalen Energiemärkte dem Bericht zufolge daher weiter destabilisieren.
Was die Krise für Deutschland bedeutet
Nach Angaben der Bundesnetzagentur spielt Gas aus dem Persischen Golf derzeit „für die deutsche Versorgung keine wesentliche Rolle“, da Deutschland den Großteil seiner LNG-Importe aus den USA und anderen Lieferländern bezieht. Allerdings könnten Spannungen in der Region die Energiepreise weltweit beeinflussen und damit auch die europäischen Großhandelspreise für Gas erhöhen.
Ganz ohne Bedeutung für Deutschland ist Katar jedoch nicht. Nach dem russischen Angriff auf die Ukraine hatte die damalige Bundesregierung unter Wirtschaftsminister Robert Habeck eine Energiepartnerschaft mit dem Golfstaat auf den Weg gebracht. Ende 2022 vereinbarten QatarEnergy und ConocoPhillips einen langfristigen Liefervertrag für das LNG-Terminal in Brunsbüttel. Der Vertrag läuft über mindestens 15 Jahre und sieht Lieferungen von rund zwei Millionen Tonnen Flüssigerdgas pro Jahr vor.
Die vereinbarten Mengen würden allerdings nur einen kleinen Teil des deutschen Gasbedarfs decken. Zudem spielten die Lieferungen bislang für die deutsche Versorgung kaum eine Rolle. Dennoch gilt Katar langfristig als einer der wichtigen alternativen Gaslieferanten, mit denen Deutschland seine frühere Abhängigkeit von russischem Erdgas verringern wollte.
Vergangene Woche hatten sich die USA und der Iran auf eine vorläufige Vereinbarung zur Beendigung des Krieges verständigt. Katar hatte laut New York Times eine wichtige Vermittlerrolle eingenommen. Derzeit verhandeln Vertreter der beiden Länder in der Schweiz, um Fortschritte für ein dauerhaftes Ende des Krieges zu erzielen.
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