Ein Großbrand auf einem ehemaligen sowjetischen Panzerschießplatz bei Neustrelitz im Landkreis Mecklenburgische Seenplatte hat sich bis auf wenige Meter an eine Stromtrasse herangearbeitet. Das Feuer bewege sich wegen des Windes in Richtung Norden und sei weniger als 200 Meter von den Hochspannungsleitungen entfernt, sagte Jörg Westphal, stellvertretender Gemeindewehrführer der Freiwilligen Feuerwehr Neustrelitz, am späten Nachmittag. Der Netzbetreiber Edis habe die Leitung abgeschaltet. Auswirkungen auf Stromverbraucher habe das nach Unternehmensangaben nicht.
Die Feuerwehr habe eine Verteidigungslinie mit Kreisregnern eingerichtet, die Wasser verteilten, sagte Westphal. Die vom Feuer betroffenen Flächen selbst könnten die Einsatzkräfte wegen der starken Belastung mit Altmunition nicht betreten. Auch rechts und links der Stromtrasse liege Altmunition. „Nur die Trasse selber ist geräumt“, sagte Westphal.
Auch ICE-Strecke in der Nähe
Weiter nördlich verlaufe zudem eine ICE-Bahnlinie, die sich nach Westphals Angaben knapp außerhalb des belasteten Gebiets befinde. Dort seien bereits Tanklöschfahrzeuge im Einsatz, um den Bereich zu bewässern und die Strecke zu schützen, falls das Feuer so weit vordringe.
Zuletzt war von rund 130 Hektar betroffener Fläche und 160 Einsatzkräften die Rede. Laut Westphal handelt es sich um einen der größten Brände der vergangenen Jahre in der Region. Das Gelände gehört zum Müritz-Nationalpark. Bereits explodierte Munition zwingt die Einsatzkräfte zu einem Sicherheitsabstand von 1000 Metern.
Wind entscheidet über weiteren Verlauf
Entscheidend für den weiteren Verlauf sei die Entwicklung des Windes, sagte Westphal. Die Verlängerung der Verteidigungslinie sei teils sehr beschwerlich, weil das Gelände unwegsam sei. „Es wird alles mit der Hand getragen, da fährt kein Auto durch.“ Zusätzliche Regner seien aus Rostock geliefert worden.
Im nördlichen Teil des überwiegend offenen Geländes gebe es auch Kiefernwald. Laufe das Feuer weiter am Boden, hätten die Einsatzkräfte „gute Karten“, es aufzuhalten, sagte Westphal. Griffen die Flammen jedoch auf die Baumkronen über, könnten sie die Verteidigungslinie überspringen. (mit dpa)
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