In der Sonntagsausgabe der New York Times ist eine lange Analyse erschienen, die das aktuelle Verhältnis der Ukrainer zu Trump beschreibt. In dem Text wird dargestellt, dass sich die ukrainische Regierung gerade darum bemüht, Donald Trump auf ihre Seite zu ziehen. Es ist nicht ganz klar, welche Strategie Trump mit Blick auf die Ukraine einsetzen wird. Wird er die Ukraine mit mehr Waffen unterstützen, um Putin zum Einlenken zu zwingen? Oder wird er die amerikanische Unterstützung herunterfahren, damit ein Waffenstillstand zugunsten Moskaus zustande kommen kann?
Die New York Times schildert beide Möglichkeiten und stellt dar, dass die Ukraine nun Trump Wirtschaftsvorteile schmackhaft machen möchte. Sollten die USA die Ukraine weiter unterstützen, wäre das Land bereit, mit Trump einen Deal zu schließen, um amerikanischen Investoren die ukrainischen Bodenschätze zur Verfügung zu stellen. Dabei geht es vor allem um Lithium, das die westlichen Industrienationen für die Produktion von Batterien für E-Autos brauchen.
Viele Hoffnungen ruhen auf Trump
Interessanterweise wird in dem Text dargestellt, dass viele Ukrainer erwartungsvoll auf Trumps Präsidentschaft blicken. In der New York Times heißt es: „Trotz des Getöses von Herrn Trump setzen viele in der Ukraine ihre Hoffnungen darauf, dass er den Krieg zu akzeptablen Bedingungen beenden wird. Eine kürzlich durchgeführte Umfrage des New Europe Center ergab, dass 44 Prozent der Ukrainer Trump vertrauen. Das ist eine größere nummerische Unterstützung als in anderen europäischen Ländern, einschließlich dem Trump-freundlichen Ungarn. Ein Teil dieser Unterstützung (…) rührt her von der Enttäuschung vieler Ukrainer über Bidens vorsichtigen Ansatz bei der Unterstützung des ukrainischen Militärs. Einige Ukrainer gaben Biden den Spitznamen ‚2L‘ –, das stehe für ‚too late, too little‘ (‚Zu wenig, zu spät‘ an militärischer Unterstützung für die Ukraine geliefert, Anm. d. Red.). Trumps Versprechen, den Krieg schnell zu beenden, hat bei einer wachsenden Zahl kriegsmüder Ukrainer Anklang gefunden, die nun Friedensgespräche bevorzugen, auch wenn sie kein Territorium abtreten wollen.“
Mindestens zwei Cafés wurden in Kiew nach Trump benannt. Ein Café, wo die New York Times eine Umfrage durchgeführt hat, heißt: „Trump White Coffee Bar“. Ein Bild bei Google zeigt das Innenleben des Cafés, darunter ein Neon mit der Aufschrift: „Make Ukraine Great Again“. Die New York Times zitiert eine Café-Besucherin mit den Worten: „Ich hoffe, dass Trump tut, was er versprochen hat – dass Frieden in der Ukraine einkehrt. Das ist der größte Wunsch der Ukrainer. Es tut mir sehr leid für die Menschen, die im Krieg gestorben sind. Ich habe Freunde, die gestorben sind, und Freunde, die noch kämpfen. Mein Freund kämpft auch. Ich möchte, dass sie alle nach Hause zurückkehren.“
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