Die Zeit rennt der SPD davon. In einem Monat ist Bundestagswahl, doch den Sozialdemokraten gelingt es nicht, sich aus ihrem Tief zu befreien. Wenn an diesem Sonntag Bundestagswahl wäre, käme die SPD wie im Vormonat in Berlin nur auf 22 Prozent der Stimmen. Das geht aus einer Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Forsa hervor, das im Auftrag der Berliner Zeitung 1 005 Berliner zwischen dem 19. und 27. August befragt hat.Stärkste Partei wäre die CDU mit einem Wähleranteil von 26 Prozent. Doch den Christdemokraten ist es nicht gelungen, ihren Vorsprung auszubauen, auch ihr Stimmenanteil stagniert. Weder CDU noch SPD können ihre Wähler mobilisieren. Offenbar hat der bislang müde und themenarm geführte Wahlkampf der beiden Koalitionspartner im Bund auf ihre Anhänger abgefärbt.Doch auch einer schwarz-gelben Koalition stehen die Berliner zunehmend skeptisch gegenüber. Die FDP käme nur noch auf elf Prozent der Stimmen (minus zwei Prozent). Da fehlt noch einiges zur Mehrheit. Die Linkspartei könnte ihre Werte bei der Bundestagswahl um zwei auf 16 Prozent verbessern, Grüne erhielten zwei Prozent weniger und erreichten 17 Prozent.Auch auf Landesebene haben die beiden nicht mehr ganz so großen Volksparteien nichts verändern können. Wenn am Sonntag Abgeordnetenhauswahl wäre, zu der die Bürger in zwei Jahren wieder aufgerufen sind, kämen CDU und SPD unverändert auf 23 beziehungsweise 22 Prozent der Stimmen. Immerhin konnten sich die Christdemokraten unter Führung von Landes- und Fraktionschef Frank Henkel auf dem ersten Platz behaupten. Erstmals hatte das die CDU nach fünf Jahren Ende Juni wieder geschafft.Die rot-rote Koalition im Abgeordnetenhaus hätte keine eigene Mehrheit mehr, auch wenn die Linke sich leicht um ein Prozent auf 16 Prozent gesteigert hat. Anders als auf Bundesebene könnten die Grünen im Land punkten. Sie verbesserten sich auf 20 Prozent (plus ein Prozent), während die FDP drei Prozent verlor und jetzt wieder einstellig ist: neun Prozent. Rechnerisch würde eine rot-grün-rote Regierung im Jahr 2011 eine satte Mehrheit erreichen, auch Jamaika (CDU, Grüne und FDP) wäre möglich, aber in Berlin eher unwahrscheinlich.Die schlechter gewordenen Umfragewerte für die Liberalen könnten darauf zurückzuführen sein, dass der neue Fraktionschef Christoph Meyer noch ziemlich unbekannt ist. Bislang kennen ihn nur ein Drittel der Befragten. Auf der Beliebtheitsskala erreichte er den vorletzten Rang - vor dem CDU-Mann Henkel. Ein Trost für den Regierenden Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD): Er steht wieder an der Spitze der Beliebtheitsskala, von der ihn kurzfristig sein Parteifreund Innensenator Ehrhart Körting verdrängt hatte.------------------------------Grafik: Der Regierende Bürgermeister Klaus Wowereit hat Innensenator Ehrhart Körting (beide SPD) wieder auf den zweiten Platz verwiesen. Einen guten Platz im Mittelfeld erreichte der neue Finanzsenator Ulrich Nußbaum (parteilos).Grafik: "Wenn am Sonntag Abgeordnetenhauswahl wäre..." Die FDP ist wieder einstellig, Grüne und Linke konnten leicht punkten.Grafik: "Wenn am Sonntag Bundestagswahl wäre..." Endspurt sieht anders aus: CDU und SPD stagnieren in den Werten.
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