Lawinenunglück

Netflix-Star Nirmal Purja stirbt am Broad Peak – sein letzter Wunsch blieb unerfüllt

Seine Rekordjagd über alle 14 Achttausender machte „Nimsdai“ weltberühmt. Nach Angaben seiner Agentur überlebte niemand aus der zehnköpfigen Expedition.

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Rekordbergsteiger Nirmal Purja, bekannt aus der Netflix-Doku „14 Peaks“, ist bei einer Lawine am Broad Peak gestorben.

Rekordbergsteiger Nirmal Purja, bekannt aus der Netflix-Doku „14 Peaks“, ist bei einer Lawine am Broad Peak gestorben.

© Malte Ossowski/Scen Simon/imago

„Broad Peak, ich bitte um nichts außer einer sicheren Passage hinauf und zurück.“ Mit diesen Worten wandte sich Nirmal Purja kurz vor seinem letzten Aufstieg an den Berg. Wenige Tage später hat seine Expeditionsfirma Elite Exped den Tod des 43-Jährigen bestätigt.

Der als „Nimsdai“ und „Nims“ bekannte Rekordbergsteiger sei bei dem Lawinenunglück am Broad Peak ums Leben gekommen, teilte das Unternehmen am Samstag mit. Auch die neun weiteren Teilnehmer der Expedition hätten nicht überlebt. Zu der Gruppe gehörten nach Angaben von Reuters sechs Nepalesen sowie Bergsteiger aus Pakistan, Oman, den Vereinigten Staaten und China.

Nirmal Purja und neun Begleiter sterben am Broad Peak

Die Lawine hatte die Gruppe am Donnerstag zwischen Camp II und Camp III in rund 6600 Metern Höhe erfasst. Danach brach der Kontakt zu sämtlichen Teilnehmern ab. Ortungsdaten Purjas und der omanischen Bergsteigerin Nadhira Al Harthy zeigten einen plötzlichen Absturz um mehrere Hundert Höhenmeter. Purjas Sender übermittelte später noch einmal eine veränderte Position und hatte damit vorübergehend Hoffnung auf ein Überleben geweckt.

Die Bergung war am Samstag noch nicht abgeschlossen. Pakistanische Rettungskräfte hatten zuvor mindestens drei Leichen geborgen und weitere Körper mithilfe von Drohnen lokalisiert. Unter den geborgenen Toten waren der nepalesische Bergführer Pur Bahadur Gurung, Al Harthy und die US-Amerikanerin Mallory Geis. Militärhubschrauber, pakistanische Bergsteiger und Sherpas anderer Expeditionen beteiligten sich an der Suche.

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Elite Exped erklärte später, inzwischen liege die Bestätigung vor, dass auch die übrigen Teilnehmer nicht überlebt hätten. Nähere Angaben dazu, wie Purjas Tod und der Tod aller weiteren Vermissten festgestellt wurden, machte das Unternehmen zunächst nicht.

Andere Bergsteiger verließen den Broad Peak nach starkem Schneefall

Vor dem Unglück hatte sich die Schneelage am Broad Peak deutlich verschlechtert. Nach Recherchen von National Geographic setzte um den 22. Juli starker Schneefall ein. Mehrere Bergsteiger brachen ihre Gipfelversuche daraufhin ab und verließen das Basislager bereits am 25. Juli. Purja und einige weitere Teams blieben am Berg.

Der Broad Peak war eine kurzfristige Ergänzung seines Programms. Mit einer erfolgreichen Besteigung wäre Purja seinem Ziel näher gekommen, als erster Mensch alle 14 Achttausender zweimal ohne zusätzlichen Sauerstoff zu erklimmen. Weshalb die Gruppe trotz der Schneefälle zu ihrem Gipfelversuch aufbrach, ist bislang nicht geklärt.

Netflix-Doku „14 Peaks“ machte Nirmal Purja weltberühmt

Purja hatte 2019 alle 14 Berge mit einer Höhe von mehr als 8000 Metern innerhalb von sechs Monaten und sechs Tagen bestiegen. Für die meisten Alpinisten war ein solches Projekt zuvor eine Aufgabe für viele Jahre. Seine Expedition mit dem Namen „Project Possible“ wurde später zur Grundlage der Netflix-Dokumentation „14 Peaks: Nothing Is Impossible“.

Der Film machte Purja weit über die Bergsteigerszene hinaus bekannt. Sein Geschwindigkeitsrekord wurde 2023 von der Norwegerin Kristin Harila und dem nepalesischen Bergsteiger Tenjen Sherpa gebrochen, die alle 14 Gipfel innerhalb von 92 Tagen erreichten.

Purja war vor seiner Karriere als Bergsteiger 16 Jahre lang Angehöriger der britischen Streitkräfte. Nach sechs Jahren bei den Gurkhas wurde er als erster Nepalese in den Special Boat Service aufgenommen. 2021 gehörte er zu dem nepalesischen Team, dem die erste Winterbesteigung des K2 gelang.

Nepals Regierungschef Balendra Shah zeigte sich erschüttert über den Tod der sechs nepalesischen und vier ausländischen Bergsteiger. Ihr Mut und ihre Entschlossenheit würden weiter inspirieren, erklärte er.

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