CHRISTINE RICHTER hofft für die Kinder, dass es doch genug Lehrer an den Schulen gibt.Die Situation gleicht der der vergangenen Jahre: Kurz vor Beginn des neuen Schuljahrs sagt der zuständige Bildungssenator - in den letzten Jahren Klaus Böger, in diesem Sommer erstmals Jürgen Zöllner (beide SPD) -, dass alles in Ordnung gehe, dass es genügend Lehrer geben werde. Und wenige Tage nach Beginn des Schuljahrs sagt die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW), sagen die Schulleiter, dass alles ganz schlimm sei, dass viele, viele Lehrer an den Schulen fehlten und der Unterricht nicht garantiert sei. The same procedure as every year?Für Außenstehende ist es schwierig, heute, vier Tage nachdem der Unterricht wieder begonnen hat, eine abschließende Bilanz zu ziehen. Sicher ist, dass sich die Situation im Vergleich zu den Vorjahren unwesentlich geändert hat. Da hat Zöllner es bislang nicht besser gemacht als Böger. Dies liegt vor allem daran, dass in Berlin immer noch zu spät klar ist, wie viele Schüler doppelt angemeldet wurden, welche Schulen welche Kinder und Jugendlichen aufnehmen werden. Sind es in diesem Jahr wirklich 4 000 Schüler, die aus der Statistik wieder verschwinden werden? Dann hätte Zöllner recht und die Zahl der Lehrer wäre ausreichend, zumal zusätzliche Mittel für Vertretungskräfte bereitstehen. Es könnte aber auch sein, dass die Prognosen der Bildungsverwaltung unzutreffend sind. Dann aber fehlen Lehrer, dann fällt erst einmal Unterricht aus. Zu Lasten der Kinder und Jugendlichen.Bildungssenator Zöllner muss den Ehrgeiz haben, früher über die Zahl der Schüler an den jeweiligen Schulen Bescheid zu wissen. Es muss in den Sommerferien schon Klarheit herrschen, welche Schule wie viele Lehrer braucht. So lange das nicht funktioniert, so lange wird sich das Ritual zu Beginn eines jeden Schuljahres wiederholen. Und erst in einigen Wochen wird klar sein, wie die Lage wirklich ist.
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