Ein Gericht im kroatischen Pula hat offenbar die Auslieferung des Ukrainers Vladimir Z. (je nach Schreibweise Wolodymyr Z.) nach Deutschland erlaubt. Dort wird er wegen des Verdachts auf eine Beteiligung an den Sprengungen der Nord Stream-Pipelines gesucht. Das teilte das ukrainische Medium Suspilne am Donnerstag unter Berufung auf die Gerichtsentscheidung mit.
Auch die kroatische Tageszeitung Večernji list berichtete über die Entscheidung und berief sich auf eine eigene Auskunft des Gerichts in Pula. Das Gericht teilte der Zeitung demnach mit, dass es die Entscheidung an Staatsanwaltschaft und Verteidigung verschickt habe, den Inhalt aber erst nach bestätigter Zustellung veröffentlichen könne.
Die Entscheidung war Suspilne zufolge bereits am 18. September gefallen, jedoch erst mehrere Tage später schriftlich mitgeteilt worden. Die Verteidigung kündigte demnach Berufung an.
Mutmaßlicher Saboteur will Hungerstreik beginnen
Die Anwaltskanzlei „Katerynchuk, Moor & Partners“, die Z. nach Angaben des ukrainischen Portals RBC-Ukraine vertritt, hatte am Mittwoch auf Facebook mitgeteilt: „Morgen erhält die Verteidigung die offizielle Entscheidung des kroatischen Gerichts in Pula über die Auslieferung.“ Z. werde nach Angaben der Kanzlei einen unbefristeten Hungerstreik ankündigen.
Vladimir Z. war bereits im September 2025 in Polen festgenommen worden. Ein polnisches Gericht lehnte seine Auslieferung nach Deutschland jedoch ab und ordnete seine Freilassung an, wie der polnische Sender TVP World berichtete. Deutsche Ermittler werfen Z. laut Reuters vor, Teil einer Gruppe hinter den Explosionen an den Nord Stream-Pipelines gewesen zu sein.
Erneute Festnahme in Kroatien
Im August 2026 wurde Z. erneut festgenommen – diesmal in der kroatischen Küstenstadt Pula. Er war dort nach Angaben von Reuters in einem Hotel festgenommen worden, nachdem Deutschland einen europäischen Haftbefehl gegen ihn erlassen hatte. Ein Gericht ordnete anschließend Untersuchungshaft bis zur Entscheidung über seine mögliche Auslieferung nach Deutschland an.
Die Nord Stream-Pipelines wurden bei Explosionen im September 2022 schwer beschädigt. Gegen einen weiteren Verdächtigen, Serhii K., hatte die Bundesanwaltschaft nach eigenen Angaben bereits am 30. Juni 2026 vor dem Hanseatischen Oberlandesgericht in Hamburg Anklage erhoben. Der Ukrainer war im August 2025 in Italien festgenommen und im November nach Deutschland überstellt worden.
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